Migranten in Ceuta treten im Kampf um Asyl in Hungerstreik
Drei Wochen nach dem Massenandrang harren immer noch Hunderte Migranten am Strand in Ceuta aus - in Verschlägen aus Kartons und Plastikplanen. Mit einem Hungerstreik wollen sie nun auf ihre Situation aufmerksam machen.
Wütende Einwohnerinnen und Einwohner Ceutas machen am Montag ihrem Ärger über das Management der Migrationskrise in ihrer Stadt Luft. Die spanische Migrationsministerin Elma Saiz fährt da gerade in ihrer schwarzen Limousine von einem Treffen mit Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas ab, sieht also mehr von der Empörung, als sie hört. Sie seien keine Rassisten oder Rechtsextremen, aber so könne es nicht weitergehen, die Migranten müssten raus aus der Stadt.
Ein paar Meter weiter in Ceutas Fußgängerzone sind die Gemüter etwas ruhiger, aber auch Inmaculada Garcia sagt, sie sei frustriert und enttäuscht: "Es wird nichts unternommen. Und ehrlich gesagt ist das, was wir Tag für Tag erleben, unglaublich entmutigend. Jeden Tag kommt ein neuer Minister, bleibt eine Weile - und geht dann wieder, ohne etwas zu bewirken", sagt Garcia. "Ich war gerade draußen am Strand und habe mir das angesehen. Dort herrscht Chaos, einfach nur Chaos, und nichts wird unternommen. Die Situation ist furchtbar."
An der Playa del Trampolín, dem Strand, von dem sie spricht, hausen seit fast drei Wochen Menschen unter erbärmlichen Bedingungen - laut Polizei rund 1.500 Menschen, örtliche Hilfswerke sprechen von etwa 3.500 Personen. Und auch wenn man davor steht, gewinnt man den Eindruck, dass die offiziellen Zahlen niedrig angesetzt sind.
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Es ist staubig, der Geruch nach Schweiß und Urin hängt in der Luft. Aus Milchkartons haben die Migranten den Umriss einer Moschee in den Sand gebaut. Aus Schilfrohr, Blättern, Kartons, Plastikplanen, wirklich allem, was zur Hand ist, notdürftige Verschläge zusammengezimmert. Dazwischen wandern städtische Beschäftigte in orangefarbenen Leuchtwesten umher und sammeln Müll ein. Das Rote Kreuz und Hilfsorganisationen verteilen Wasser und Essen.
Am Ende der Bucht bietet ein großes Zeltdach Schutz vor der Sonne, vor den Duschanlagen stehen Hunderte Männer Schlange. Mohsen Idris Adam Ibrahim werkelt noch an seiner Unterkunft. Der 18-Jährige ist aus dem Sudan gekommen. Er habe bereits eine kleine Odyssee hinter sich, erzählt er. Bevor das Interview beginnt, zieht er sich schnell noch ein weißes, ärmelloses T-Shirt über seinen nackten Oberkörper. So viel Würde müsse sein.
"Im Sudan gibt es nichts. Keine Zukunft, keine Schulen. Die Arbeit liegt brach, es gibt nichts, das heißt, man muss fliehen", erzählt er. "Und es gibt Leute, die dich auf der Flucht beobachten und töten. Also haben wir gesagt, wir verlassen den Sudan. Zuerst nach Tschad, dann nach Niger, Algerien und Marokko. Und dann übers Meer nach Ceuta. Seit mehr als zwei Wochen bin ich hier."
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Sudan, Mali, Niger, Tschad - viele der Menschen hier kommen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara und sind auf der Suche nach Asyl.
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