„Wenn nicht noch ein Wunder geschieht“ - Handball-Boss spricht von Insolvenzantrag
Mittwochvormittag kommt es ab 10 Uhr in Saal 247 des Dortmunder Landgerichts zum ersten großen Showdown. Unter Aktenzeichen 8 O 727/26 (Kart) wird das Begehren der HSG Krefeld Niederrhein nach einer einstweiligen Verfügung auf einen Startplatz in der 2. Handball- Bundesliga verhandelt.
Die Krefelder waren zwar sportlich aus der 2. Liga abgestiegen, rechnen sich aber durch den Lizenzskandal bei der HSG Nordhorn-Lingen Chancen aus, als erster Nachrücker doch noch in der zweithöchsten Spielklasse verbleiben zu können. Im Vorfeld der Verhandlung im Landgericht wird nun der nächste Hammer publik.
Die Informationen verbreiteten sich am Dienstagabend wie ein Lauffeuer in der Handball-Szene. Demnach soll Michael Jonker, der neue Geschäftsführer der HSG Nordhorn-Lingen, seiner Mannschaft am Dienstagvormittag einen Besuch beim Training abgestattet haben.
Dabei soll Jonker den Profis und Trainer Mark Bult angeblich mitgeteilt haben, dass er „am Donnerstag einen Insolvenzantrag stellen“ müsse, sollte bis dahin „nicht noch ein Wunder“ geschehen. Gegenüber BILD wurden diese Aussagen von Anwesenden bestätigt.
Insgesamt soll im Nordhorn-Lingener Etat ein Loch von 1,4 Millionen Euro klaffen, zuletzt war „nur“ von rund 800.000 Euro die Rede. Der Klub aus dem Emsland, 2002 deutscher Vizemeister und 2008 Sieger im EHF-Pokal, hatte die Lizenz für die Saison 2026/27 im April noch ohne Auflagen bekommen.
Erst Mitte Juli räumte die HSG ihre finanzielle Schieflage ein, daraufhin verhängte die Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga (HBL) drei knallharte Auflagen inklusive der Androhung von sechs Punkten Abzug in der kommenden Spielzeit.
Die Vorgänge bei der HSG Nordhorn-Lingen stellen das Lizenzierungsverfahren der HBL in seiner derzeitigen Form sehr infrage. Krefelds Geschäftsführer André Schicks: „Wir werden weiterhin alle notwendigen rechtlichen Maßnahmen ergreifen, um den Sachverhalt restlos aufzuklären und unsere Ansprüche geltend zu machen.“
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