Marxismus und KI: Hatte Marx doch recht?
Karl Marx hat sich nie sonderlich für den Staat interessiert. Im 1848 erschienen Kommunistischen Manifest beschreibt er ihn als »Ausschuss, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet«. Der Staatsapparat ist Marx gewissermaßen ein Werkzeug, mit dem die Ausbeutung der Arbeiter organisiert wird.
Die Geschichte des Kapitalismus bestätigt diese These nur bedingt. Die Ausweitung der Rechte der arbeitenden Massen in der Nachkriegszeit wurde auch staatlich vorangetrieben. Das Ergebnis ist der kontinentaleuropäische Wohlfahrtsstaat, der Kapitalinteressen politisch einhegt. Ein neues Forschungspapier des Wirtschaftsnobelpreisträgers Daron Acemoğlu vom renommierten Massachusetts Institute of Technology in den Vereinigten Staaten wirft nun die Frage auf, ob sich die Thesen von Karl Marx im Zeitalter von Automatisierung und künstlicher Intelligenz nicht doch als zutreffender erweisen könnten, als es zunächst den Anschein hatte.
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