Tor-Premiere und Dauer-Pfiffe - Der wilde Reis-Start bei Werder
Viele Erkenntnisse brachte das schwerfällige 3:0 gegen Fünftligist Lüneburg nicht. Eine ist, dass Ludovit Reis (26) bei seiner Werder-Premiere ein Ausrufezeichen gesetzt hat. Der Ex-HSVer (kam ablösefrei von Brügge) war ein Aktivposten, setzte Torschüsse ab und belohnte sich mit seinem ersten Treffer im Bremer Trikot. Der Reis ist heiß! Bremens „Man of the match“: „Ich habe mich von der ersten Sekunde an sehr wohl gefühlt, weil ich die Unterstützung von der Mannschaft, dem Verein und den Fans bekommen habe.“
Zumindest von den eigenen. Von HSV-Fans wurde Reis nach seinem Werder-Wechsel massiv angefeindet, und am Millerntor gab es bei jedem Ballkontakt in seinen 90 Minuten ein Pfeifkonzert.
Manager Clemens Fritz (45): „Ich nehme ihn als positiven und optimistischen Menschen wahr. Er kann mit Pfiffen gut leben. Wenn man in Hamburg ist, muss man damit rechnen. Es gibt da einen gewissen Ärger, den muss man akzeptieren.“
Vor allem die Videobotschaft von Reis’ Verabschiedung beim HSV wurde in den sozialen Netzwerken rauf- und runtergespielt. Darin sagt Reis u. a. Sätze wie: „Mein Herz ist blau.“ Da verärgert der Wechsel zum Erzrivalen viele HSV-Anhänger.
Im Pokal ließ ihn Trainer Daniel Thioune (52) vor der Pause als Achter ran, danach ersetzte er Rückkehrer Senne Lynen als Sechser. Restlos zufrieden war der Coach aber nicht. Thioune: „Viel besser hätte es nicht laufen können. Es hat ihm gut getan, das Spiel vor sich zu haben. Man hat aber gesehen, dass er lange nicht gespielt hat: Timing, Ballqualität und Entscheidungsfindung. Heute sind die Fehler nicht bestraft worden.“
Beim FC Brügge hat der Holländer in der Vorsaison kein einziges Spiel über 90 Minuten bestritten. Die Pokal-Partie hat seine Chancen im Kampf um einen Platz in der Werder-Startelf auf jeden Fall erhöht.
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