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Walter (76) hat Schmerzen beim Gehen – für 10-minütigen Arzttermin soll er jetzt 1733 Euro zahlen

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Walter (76) hat Schmerzen beim Gehen – für 10-minütigen Arzttermin soll er jetzt 1733 Euro zahlen

Walter O. aus dem Schweizer Kanton Nidwalden litt jahrelang unter einem schmerzenden Krallenzeh . Nach einer Operation in einer Klinik in Meggen konnte der 76-jährige Rentner wieder schmerzfrei gehen. Für den Eingriff zahlte die Krankenkasse rund 2500 Franken (etwa 2640 Euro) – eine nachvollziehbare Summe für den pensionierten Mechaniker, wie er gegenüber der Zeitung „ Blick “ erzählt.

Für die anschließende Nachbehandlung im Fußzentrum Luzern wurden jedoch 1642 Franken (circa 1733 Euro) berechnet. „Ich traute meinen Augen nicht, als ich sah, welche Zahl auf der Patientenkopie stand. Es war eine Mini-Behandlung, sie dauerte keine zehn Minuten. Es ging nur darum, einen Stützdraht zu entfernen“, sagt Walter. „Die Ärztin zog am Draht, und draußen war er. Das hätte ich auch selber machen können.“

Das Fußzentrum verwies gegenüber Walter auf das neue Tarifsystem Tardoc, nach dem der Eingriff nun als Pauschale abgerechnet werden muss. Dadurch sei die Behandlung deutlich teurer als früher. Ein solcher Eingriff kostete vor der Umstellung rund 90 Franken (etwa 95 Euro). Hinzu kamen weitere Gebühren für Gespräch, Material und Bericht.

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit BAG räumte inzwischen einen Fehler bei der Tarifziffer „C08.33D“ ein, berichtet „Blick“. Die Pauschale gilt für viele Eingriffe und sei für das einfache Entfernen eines Drahts zu hoch angesetzt. Eine überarbeitete Regelung soll ab Januar 2027 gelten und wird derzeit geprüft.

Tardoc (Tarif für ambulante ärztliche Leistungen und Dokumentation) und die Ambulanten Pauschalen bilden seit Januar 2026 das neue Tarifsystem für ambulante ärztliche Behandlungen in der Schweiz . Es legt fest, wie medizinische Leistungen abgerechnet und vergütet werden, und ist damit auch für die Kosten der Schweizer Krankenversicherung relevant. Entwickelt wurde das System gemeinsam von Ärzteschaft, Spitälern und Krankenversicherern, erklärt das Bundesamt für Gesundheit BAG .

Ziel sei eine transparentere und zeitgemäßere Abrechnung, die die heutige medizinische Praxis besser abbildet. Gleichzeitig sollen Fehlanreize und veraltete Strukturen des seit 2004 bestehenden Tarmed-Systems korrigiert werden. Für die Weiterentwicklung ist die Organisation ambulante Arzttarife (OAAT AG) zuständig, die dabei medizinische Entwicklungen und empirische Daten berücksichtigt.

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