ÖPNV: Saarbahn und GDL im verhärteten Tarifstreit
Fast 30 Streiks, knapp 700 Stunden Ausstand – und weiter keine Lösung in Sicht.
Der Tarifstreit bei der Saarbahn ist längst zur Grundsatzfrage geworden.
Im monatelangen Tarifkonflikt bei der Saarbahn sind die Fronten weiter verhärtet.
Während die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) auf einen eigenen Tarifvertrag für die TramTrain-Fahrer besteht, wollen Saarbahn und kommunaler Arbeitgeberverband Saar (KAV) die Tarifpartnerschaft mit der Gewerkschaft nicht fortsetzen.
Zugleich versucht das Verkehrsunternehmen, seinen Betrieb zunehmend unabhängig von Streiks der GDL zu machen. „Diese Tarifpartnerschaft hat keine Zukunft“, sagte KAV-Geschäftsführer Stefan Spaniol.
Aus Sicht der Arbeitgeber solle künftig der kommunale Tarifvertrag TV-N Saar das einheitliche Tarifwerk im Unternehmen bilden.
Die GDL weist dies zurück und fordert neue Verhandlungen. „Die GDL bleibt gesprächsbereit“, sagte Bundesvorsitzender Mario Reiß.
Es gehe inzwischen nicht mehr allein um Einkommen und Arbeitsbedingungen, sondern auch um die Frage, wer die TramTrain-Fahrer künftig tariflich vertrete.
Ein TramTrain ist quasi eine Mischung aus Straßenbahn und Regionalzug.
Der Gewerkschaft zufolge hat es inzwischen 27 Streikmaßnahmen bei der Saarbahn gegeben.
Nach dem 26.
Streik waren demnach knapp 700 Streikstunden an 50 Streiktagen zusammengekommen.
Saarbahn baut Ersatzbetrieb aus Die Saarbahn reagiert weiterhin mit einem schrittweisen Ausbau ihres Ersatzkonzepts.
Geschäftsführer Karsten Nagel kritisierte insbesondere die kurzfristigen Streikaufrufe und -absagen der GDL: „Es ist ein schlechter Stil und trifft im Wesentlichen die Fahrgäste, die diese Taktik ausbaden müssen“, sagte Nagel.
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