Kommunalwahlen: Kündigung von AfD-Kandidatin – Diakonie unterstützt Verein
Einer Hospizmitarbeiterin wurde nach 15 Jahren gekündigt, weil sie für die AfD kandidiert.
Die Diakonie kann die Entscheidung verstehen und verweist auf die christlichen Werte.
Die Kündigung einer Hospizmitarbeiterin, die bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen für die AfD antritt, ist für die Diakonie Bremen nachvollziehbar. „Die unantastbare Würde jedes Menschen, Nächstenliebe, Respekt, Teilhabe und Solidarität sind für uns nicht verhandelbar“, teilte das Diakonische Werk auf Anfrage mit. „Wir stehen daher voll hinter der Entscheidung des Vereins für Innere Mission Bremen, in diesem konkreten Fall als letztes Mittel arbeitsrechtliche Schritte einzuleiten.“ Der Verein hatte der Hospizmitarbeiterin Martina Müller gekündigt, weil die aktive Kandidatur für eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Organisation in einem schwerwiegenden Spannungsverhältnis zu den Grundwerten und dem Auftrag von Kirche und Diakonie stehe.
Müller will bei den Wahlen im September für die AfD in den Kreistag des Landkreises Friesland und den Gemeinderat Wangerland einziehen.
Die 60-Jährige hat angekündigt, sich mit einer Kündigungsschutzklage zu wehren.
Diakonie: „Parteipolitisch neutral, aber wertegebunden“ Das Diakonische Werk Bremen erklärte, eine Kündigung dürfe nur das allerletzte Mittel sein.
Der Dialog über den Wertewiderspruch stehe an erster Stelle.
Aber: „Wenn Mitarbeitende der Diakonie menschenfeindliche Positionen vertreten, müssen wir das nicht akzeptieren, sondern stehen für unser christliches Profil ein“, teilte der Verein mit. „Hier sind die diakonischen Arbeitgeber gefragt.“ Für personalrechtliche Entscheidungen seien die Mitgliedsorganisationen als rechtlich eigenständige Träger selbst verantwortlich. „Wir als Diakonie Bremen sind parteipolitisch neutral, aber wertegebunden: Wir setzen uns für eine gerechte, solidarische Gesellschaft ein und stehen für die Würde jedes Menschen ein – ohne Diskriminierung und unter Achtung der Menschenrechte“, teilte die Diakonie weiter mit. „Positionen, die Menschen herabsetzen, ausgrenzen oder völkische beziehungsweise demokratiefeindliche Haltungen befördern, widersprechen unserem christlichen Profil, unabhängig davon, welche Partei sie vertritt.“ Müller arbeitete nach eigenen Angaben als Verwaltungsfachkraft in einem Hospiz der mission:lebenshaus gGmbH in Jever, einer Tochter des Vereins für Innere Mission in Bremen.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.stern.de — der Inhalt gehört Stern.