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Navi Pillay: „Goebbels applaudiert aus der Hölle“ – massive Kritik wegen Friedensnobelpreis

Stern ·
Navi Pillay: „Goebbels applaudiert aus der Hölle“ – massive Kritik wegen Friedensnobelpreis

Navi Pillay erhält den Friedensnobelpreis.

Ein Gremium unter ihrer Leitung kam zu dem Schluss, Israel begehe Völkermord in Gaza.

Israel kritisiert die Vergabe aufs Schärfste.

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die südafrikanische Juristin Navi Pillay: Die 85-Jährige wird für ihren Einsatz für Menschenrechte und gegen Kriegsverbrechen geehrt, wie das Nobelkomitee in Oslo am Freitag verkündete.

Die Uno, die EU und die Bundesregierung begrüßten die Entscheidung; scharfe Kritik kam von Israel.

Pillay widmete ihre Auszeichnung den „Überlebenden internationaler Verbrechen“, wie sie bei einem Auftritt in Nürnberg sagte.

Pillay habe als frühere Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) und UN-Menschenrechtskommissarin maßgeblich dazu beigetragen, „dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden“, sagte der Vorsitzende des Nobelkomitees, Jörgen Watne Frydnes.

Der Preis wird Pillay für ihre Bemühungen „zur Förderung des Friedens und des Völkerrechts“ verliehen, wie das Komitee erklärte.

Das Komitee lobte Pillays „Engagement für universelle Rechtsgrundsätze und ihren festen moralischen Kompass“.

Die Juristin werde in einer Zeit geehrt, in der „das System des Völkerrechts unter enormem Druck steht und seine Institutionen angegriffen werden“.

Daher brauche es „Menschen mit Mut, Weitsicht und Entschlossenheit – Eigenschaften, die Navi Pillay in ihrer Arbeit als Richterin unter Beweis stellt“, sagte Frydnes .

Friedensnobelpreisträgerin mit Seitenhieb gegen Trump Pillay, die sich am Freitag in Nürnberg aufhielt, sagte, Politiker in aller Welt hätten die „rechtliche Verpflichtung, Menschenrechte zu schützen und auf Krieg zu verzichten“.

Die 85-Jährige äußerte sich in dem Gerichtssaal, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg die Nürnberger Prozesse gegen NS-Kriegsverbrecher stattfanden. „Wir leben in einer Zeit, in der das Völkerrecht und die Menschenrechte massiv unter politischen Beschuss geraten“, sagte Pillay weiter. „Besonders deutlich“ zeige sich dies durch die Angriffe auf den Internationalen Strafgerichtshof .

US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Monat alle Staaten, die Mitglied des IStGH sind, zum Austritt aufgefordert und den Internationalen Strafgerichtshof als „Schurkeninstitution“ bezeichnet.

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