Norwegisches Königshaus: Gesundheitszustand von König Harald V. «sehr ernst»
Große Sorgen um den norwegischen König Harald V.: Der Gesundheitszustand des 89-Jährigen hat sich in den vergangenen Stunden erneut verschlechtert. Sein Zustand sei «sehr ernst», teilte das Königshaus am Morgen mit. Die engste Familie des Monarchen eilte daraufhin zum Osloer Reichskrankenhaus - seitdem wartet das ganze Land bang auf weitere Nachrichten zum Staatsoberhaupt.
Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sagte am Vormittag seinen Deutschlandbesuch und ein für den Abend geplantes Essen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin ab. Die Nachrichten aus dem Krankenhaus berührten ihn zutiefst, erklärte er auf Facebook. Auch weitere hochrangige Politiker des skandinavischen Landes sagten Termine und Reisen ab - ebenso wie Thronfolger Kronprinz Haakon und Haralds Frau Königin Sonja.
Wie auf Fotos zu sehen war, kamen Haakon und seine Frau Kronprinzessin Mette-Marit gemeinsam im Auto am Krankenhaus an. Auch Marius Borg Høiby, Mette-Marits Sohn aus einer vorherigen Beziehung, sowie die gemeinsamen Kinder von Haakon und Mette-Marit, Erbprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, machten sich auf den Weg zum Krankenbett. Dort leistete auch die Schwester des Königs, Prinzessin Astrid, Beistand.
Am Königlichen Schloss in Oslo legten Bürgerinnen und Bürger erste Blumen nieder. Harald ist der älteste regierende Monarch Europas - er hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit teils schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Den Thron hat Harald 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. bestiegen. Seine große Liebe Sonja heiratete er schon 1968.
In der vergangenen Woche war Harald erneut ins Krankenhaus gekommen. Wegen der Bluterkrankung hämolytische Anämie - einer Form der Blutarmut - war er mit Kortison behandelt worden, was zu einer Flüssigkeitsansammlung im Körper geführt hatte. Anschließend zog er sich zusätzlich eine bakterielle Infektion des Blutkreislaufs zu. Zuletzt hatte es geheißen, er habe auf die Antibiotika angesprochen.
Die Nachrichtenagentur NTB zitierte einen Adelsexperten, der die Mitteilung des Hofes zum Gesundheitszustand als Zeichen wertete. Die klare Wortwahl sei offensichtlich ein Grund zur Sorge, sagte Ole-Jørgen Schulsrud-Hansen. Normalerweise seien solche Mitteilungen in einer sehr abgewogenen Sprache verfasst.
Seine Landsleute schätzen den König für seine zurückhaltende Art - und dafür, dass er klare Kante zeigen konnte, wenn es darauf ankam. Seine Reden waren oft geprägt von Mitmenschlichkeit und Taktgefühl. So tröstete er die Norweger nach den Terroranschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya 2011. Im Zuge der Flüchtlingskrise positionierte er sich 2016 mit einem Plädoyer für Vielfalt und Toleranz als besonnener Mahner. Beliebt ist der Monarch auch wegen seines trockenen Humors und seiner Begeisterung für den Sport.
Für den Fall des Todes des amtierenden Monarchen ist die Thronfolge in Norwegen klar geregelt. Wenn ein Staatsoberhaupt stirbt, übernimmt sein Nachfolger - also Kronprinz Haakon - im selben Augenblick den Thron. Hier gilt der Ausdruck: «Kongen er død - Leve Kongen».
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