Geheime Bundeswehr-Pläne - Diese Waffen sollen uns vor Putin schützen
Berlin – Die Bundeswehr soll aufrüsten wie nie zuvor! Nach Informationen von POLITICO (gehört wie BILD zu Axel Springer) plant die Bundesregierung den Aufbau eines völlig neuen Arsenals von Langstreckenwaffen. Kostenpunkt: fast 12 Milliarden Euro. Ziel: Russland abschrecken und im Ernstfall Ziele tief im Hinterland des Gegners treffen können.
Reporter Chris Lunday von POLITICO (gehört wie BILD zum Axel Springer Global Reporters Network) konnte interne Planungsdokumente des Pistorius-Ministeriums einsehen. Dort wird das Vorhaben als Top-Priorität für Deutschland und die Nato eingestuft. Konkret geht es um Waffen, die Hunderte oder sogar Tausende Kilometer weit fliegen können. Im Visier wären dann gegnerische Kommandostellen, Flugplätze, Raketenwerfer und Nachschubzentren weit hinter der Front. In den Papieren heißt es, die Bundeswehr solle künftig „weit in den rückwärtigen Raum eines Gegners“ wirken können. Gleichzeitig wolle Deutschland die Fähigkeit behalten, mit konventionellen Waffen unterhalb der nuklearen Schwelle zu reagieren. Der Plan besteht aus vier Bausteinen. Die ersten Systeme sollen bereits 2027 verfügbar sein, die modernsten Waffen erst Mitte der 2030er-Jahre.
Besonders schnell soll ein neuer, günstiger Marschflugkörper kommen! Die Lehre aus dem Ukraine-Krieg: Nicht jede Waffe muss Millionen kosten. Wichtige Ziele können auch mit vergleichsweise günstigen Flugkörpern angegriffen werden, die sich in großer Stückzahl produzieren lassen. Laut den Unterlagen verhandelt Deutschland bereits mit zwei Herstellern. Als Kandidaten werden die Marschflugkörper „Anthem“ des US-israelischen Start-ups Covenant Industries, „BARS“ eines ukrainischen Anbieters sowie „Flamingo“ der ukrainischen Firma Fire Point genannt. Noch in diesem Jahr sollen erste Marschflugkörper zur Erprobung geliefert werden. Für die spätere Massenproduktion bereitet Berlin bereits Rahmenverträge vor. Das Verteidigungsministerium bezeichnet solche Systeme laut POLITICO als „kosteneffizient und vor allem massenproduzierbar“. Durch große Stückzahlen könnten gegnerische Luftverteidigungen überfordert werden.
Bis europäische Eigenentwicklungen fertig sind, setzt die Bundesregierung auf eine amerikanische Übergangslösung. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Anfang Juli angekündigt, dass Deutschland amerikanische Tomahawk-Marschflugkörper beschaffen und in Deutschland stationieren will. Die Waffen gelten als erprobt und können Ziele über große Entfernungen präzise angreifen. Merz sprach damals von einer „wichtigen strategischen Lücke“, die damit geschlossen werde. Laut den Dokumenten soll Deutschland bis Ende des Jahrzehnts erstmals über eine Einsatzfähigkeit mit dem Typhon-System und Tomahawk-Marschflugkörpern verfügen.
Noch ambitionierter sind die deutsch-britischen Zukunftsprojekte: Gemeinsam entwickeln beide Länder einen neuen Hochleistungs-Marschflugkörper sowie eine Hyperschall-Gleitwaffe (spezieller Gefechtskopf für Raketen). Diese Waffen sollen Teil des sogenannten Trinity-House-Abkommens sein. Bereits öffentlich hatten beide Regierungen erklärt, dass die neuen Systeme Ziele in mehr als 2000 Kilometern Entfernung erreichen sollen.
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