Volkswagen: Ein Machtkampf, so erbittert wie nie
Der Kampf um Volkswagen ist kompliziert. Er ist sogar noch komplizierter, als viele Beobachter gerade annehmen. Am letzten Montag im August lässt sich das beobachten. Gleich an zwei Orten wurde da um die Zukunft des Unternehmens gerungen. Einmal ganz öffentlich, einmal im Verborgenen.
Im Autowerk Hannover erklärte Finanzchef Arno Antlitz der Belegschaft: »Wir bauen gute Autos, verdienen damit aber zu wenig, weil unsere Kosten zu hoch sind.« In Hannover baut der Konzern die Bullis, die legendären VW-Busse. 9.000 Euro kostet die Fertigung, pro Fahrzeug, heißt es aus dem Management, der allergrößte Teil sind Personalkosten. Das ist verdammt teuer, selbst wenn man bedenkt, dass es große und meist individuell ausgestattete Autos sind. In Wolfsburg kostet die Autoproduktion hingegen gut 3.000 Euro je Fahrzeug, in Spanien 2.500 Euro. So gilt Hannover als der größte Problemfall bei Volkswagen . Der Vorstand hat deshalb bereits beschlossen, dort und in drei anderen Werken keine neuen Autos mehr zu bauen, wenn die bisherigen Modelle ihr Lebensende erreicht haben. Weil auch anderswo gekürzt werden soll, sind mindestens 50.000 VW-Jobs in Gefahr. Allein das ist ein Drama.
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