Alle feiern ihn - Der Super-Teenie des HSV
Der am Ende sichere Pokalsieg des HSV beim Drittligisten Verl wird möglicherweise schnell vergessen sein. Der Gala-Auftritt von Louis Lemke sicherlich nicht. Denn der Treffer des 16‑jährigen Linksverteidigers zum 3:0-Endstand in der 50. Minute geht in die Vereinsgeschichte der Hamburger ein. Lemke ist mit 16 Jahren und 320 Tagen nun der jüngste Pflichtspiel-Torschütze der Vereinsgeschichte! Der ehemalige Spieler des Niendorfer TSV schnappt sich damit den Rekord von niemand Geringerem als HSV-Legende Uwe Seeler († 85). „Uns“ Uwe war 1954 im Pokal gegen Trier (5:3 n.V.) 17 Jahre und 283 Tage jung.
Der Super-Teenie begeistert nicht nur die Fans, sondern auch seinen Trainer und seine Mitspieler. „Louis hat schon in den Vorbereitungsspielen großartig agiert. Er hat einen Riesen-Schritt gemacht. Ich weiß nicht, was er in der Sommerpause gemacht hat. Das möchte ich ihm gern nachmachen“, staunt Torhüter Sander Tangvik (23), der im Pokal den Vorzug vor Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes (33) erhält. „Louis ist einfach großartig. Wir lieben ihn alle.“
Auch der neue Abwehrchef Sebastiaan Bornauw (27), der in Verl sein erstes Spiel für den HSV machte, feiert Lemke: „Für einen 16-Jährigen macht er es wirklich gut. Er fordert den Ball, er hat keine Angst. Ich habe ihm nach einem Fehlpass auf dem Platz sofort gesagt: Du bist 16 Jahre alt. Das macht alles gar nichts. Wir machen alle Fehler.“ Der Belgier weiter: „Ich finde, dass er sehr reif spielt für sein Alter. Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht.“
Der Doppeltorschütze von Verl, Albert Grønbaek (24), warnt aber auch: „Louis ist ein guter Junge. Er kommt langsam im Erwachsenenfußball an. Er hat großes Potenzial, muss aber bescheiden bleiben. Der Junge ist ein sehr guter Spieler, der noch besser werden kann.“
Das sieht HSV -Trainer Merlin Polzin (35) ebenfalls so: „Louis ist nicht nur ein Talent, sondern ist auch ein Spieler, der viel arbeiten möchte. Er ist sehr offen für Infos. Gestandene Spieler wie Nicolai Remberg oder andere Kollegen sind sehr eng an ihm dran. Sie zeigen ihm, wie es zu laufen hat. Was Wege oder Trainingseinstellung angeht. Er besitzt eine große Freude am Fußballspielen. Das wollen wir definitiv beibehalten. Unsere Aufgabe im Verein ist es, Talente wie ihn zu schützen.“
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