Es geht um angebliche Brandstiftung - Kegelbrüder müssen bis 2028 auf Prozess warten
Palma de Mallorca (Spanien) – Seit mehr als vier Jahren warten die acht Kegelbrüder aus Münster auf ihren Prozess. Jetzt steht der Termin fest. Und die spanische Justiz lässt David E. (30), Jan A. (26), Hendrik K. (27), Nico E. (26), Julian G. (29), Mika P. (28), Linus H. (28) und Tim D. (27) noch fast zwei weitere Jahre warten.
Nach BILD-Informationen sollen sie erst am 2. Mai 2028 vor dem Oberlandesgericht von Palma de Mallorca erscheinen, um sich wegen Brandstiftung und Körperverletzung zu verantworten. Die Familien der Angeklagten haben erst am Montagabend von der Terminierung erfahren, nachdem zuvor RTL berichtet hatte. Der letzte Verhandlungstag ist für den 15. Mai angesetzt. Dann könnte auch das Urteil fallen. Die Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre Haft.
Den Mitgliedern des Kegelclubs „Stramm am Tisch“ wird zur Last gelegt, am 22. Mai 2022 durch von ihrem Hotelbalkon geworfene Zigaretten einen Brand in der Bar „Why not Mallorca“ ausgelöst zu haben. Bei dem Feuer entstand ein Schaden von fast 130.000 Euro. Drei Personen wurden verletzt.
Laut der BILD vorliegenden Anklage waren der Reisegruppe aus Münster im Hotel „whala!beach“ die Zimmer 1204 und 1205 zur Straßenseite und 1209 und 1216 zur Hofseite zugewiesen. Gegen 15 Uhr seien sie unter Rufen und Jubelschreien über die Balkon-Abtrennung gestiegen und hätten brennende Zigaretten „und Bier oder andere Flüssigkeiten“ auf die Straße geworfen. Dadurch habe sich das Schilfdach der Bar entzündet, die zwar ebenso wie das darunterliegende Bordell leer gewesen sei, aber die Besitzer hätten sich „überstürzt und unter Lebensgefahr“ retten müssen. Eine dichte schwarze Rauchsäule sei aufgestiegen, woraufhin 15 Einheiten der Ortspolizei, zwei Krankenwagen, eine Streife der Guardia Civil und Feuerwehren alarmiert worden seien.
Die acht jungen Männer beteuern ihre Unschuld. Nach 57 Tagen in U-Haft durften sie im Juli 2022 nach Hause fliegen. Bis zum Februar dieses Jahres mussten sie aber warten, bis sie einen Großteil ihrer damals hinterlegten Bürgschaft von einer halben Mio. Euro wiedererhielten.
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