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Russische Angriffe auf Ukraine: Johann Wadephul äußert sich erschüttert über Angriffe auf Zivilisten

Der Spiegel Ausland ·
Russische Angriffe auf Ukraine: Johann Wadephul äußert sich erschüttert über Angriffe auf Zivilisten

Bundesaußenminister Johann Wadephul ist am Samstag in der Ukraine eingetroffen. Der Besuch war wie üblich aus Sicherheitsgründen zuvor nicht angekündigt worden. Bei der Ankunft in der Hauptstadt Kyjiw am Morgen sagte Wadephul, es sei ihm ein persönliches Anliegen, sich in den Tagen der Unabhängigkeitsfeierlichkeiten sich selbst ein Bild vor Ort zu machen. Die Ukraine begeht an diesem Montag ihren Nationalfeiertag, dem dem sie der Erlangung ihrer Souveränität vor 35 Jahren gedenkt.

Wadephul sagte, er wolle in Erfahrung bringen, wie Deutschland als wichtigster Partner der Ukraine in Europa gezielt unterstützen kann. Bereits jetzt geht es um die Vorbereitung auf den kommenden Winter. Neben »wahllosem Mord an Zivilisten greift Russland gezielt die Energieinfrastruktur der Ukraine an, um die Lebensgrundlagen zu zerstören und damit den Durchhaltewillen der Menschen zu brechen«, sagte Wadephul weiter.

Bei russischen Drohnenangriffen waren in der Großstadt Krywyj Rih im Südosten des Landes nach Angaben des Militärgouverneurs am Freitag mindestens 16 Menschen in einem belebten Einkaufszentrum getötet worden . Die Zahl der Verletzten lag am Freitagabend bei 130. Von ihnen hätten 29 schwerste Verletzungen erlitten, unter ihnen fünf Kinder.

Präsident Wolodymyr Selenskyj , der aus der Stadt stammt, sprach von einem Terrorakt. Der Angriff sei »absolut zynisch und hinterhältig«. Russland hatte in zwei Wellen angegriffen Die erste setzte das Gebäude in Brand. Die Zweite traf die Rettungskräfte, die den Menschen zu Hilfe eilten. Bei einem weiteren russischen Angriff am Abend auf die Region Mykolajiw starben laut dem Innenministerium mindestens vier Menschen, unter ihnen drei Kinder.

Wadephul verurteilte die massiven Angriffswellen , die Russland Machthaber Wladimir Putin über den Sommer hinweg befohlen hatte. Die Ferienwochen im Juli und August seien für Menschen überall in Europa die schönste Zeit des Jahres, sagte der CDU-Politiker, der zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt in die Ukraine reist. Für die Zivilbevölkerung seien sie die »die tödlichsten seit mehr als vier Jahren« gewesen. Nie vorher habe Russland mehr Raketen auf sein Nachbarland abgefeuert.

Erst am Donnerstag waren in Kyjiw 17 Menschen getötet worden bei einem massiven russischen Angriff mit Marschflugkörpern, ballistischen Raketen und Hyperschallwaffen. Ziel der Angriffe war unter anderem ein neunstöckiger Wohnblock.

Selenskyj bekräftigten seine Forderung, der Ukraine mehr Munition zur Flugabwehr zu liefern, vor allem Raketen für die Patriot-Systeme aus US-Produktion. Sie sind wegen des US-Kriegs gegen Iran noch schwieriger zu beschaffen als zuvor schon. Deutschland kommt eine Führungsrolle dabei zu. Das Thema dürfte bei Wadephuls Gesprächen in Kyjiw eine große Rolle spielen. ( Lesen Sie hier mehr dazu. )

Im vergangenen Winter hatte Russland versucht, die Stromversorgung in der Ukraine mit gezielten Angriffen auf Kraftwerke, Umspannwerke und andere Einrichtungen der kritischen Infrastruktur zum Zusammenbruch zu bringen.

Wadephul betonte, man lerne auch viel von der Ukraine. Es gebe kaum ein anderes Land, in dem derart viel Initiative und Innovation jeden Tag gelebt werde.

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