News des Tages: Navanethem »Navi« Pillay erhält Friedensnobelpreis, Gerhard Schröder in Russland, Umsätze von Shein und Temu brechen ein
Als der deutsche Politiker Willy Brandt im Jahr 1971 den Friedensnobelpreis erhielt, sagte er: »Krieg darf kein Mittel der Politik sein«. Heute hat das Nobelpreiskomitee bekannt gegeben, dass die Juristin Navanethem »Navi« Pillay aus Südafrika den diesjährigen Friedensnobelpreis erhält. Sie habe »maßgeblich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden«, begründete das Komitee die Entscheidung ( lesen Sie hier mehr ).
Insgesamt waren 287 Kandidatinnen und Kandidaten für den Preis nominiert, 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen. Auch Donald Trump soll erneut darunter gewesen sein. Wie schon 2025 ging der US-Präsident erwartungsgemäß leer aus.
»Mit der Auszeichnung von Pillay stärkt das Nobelkomitee die internationale Justiz«, sagt mein Kollege Mathieu von Rohr. »Es hat sich dabei aber für eine Persönlichkeit entschieden, statt den Internationalen Strafgerichtshof oder den Internationalen Gerichtshof als Institutionen zu ehren.«
Pillays Lebenswerk sei bedeutsam, weil es den Kampf gegen die Apartheid verbindet mit der juristischen Verfolgung von sexualisierter Gewalt und von Völkermord. »Pillay wirkte am historischen Ruanda-Urteil mit, das Vergewaltigungen als mögliche Völkermordhandlungen anerkannte«, so Mathieu. »Zugleich ist die Auszeichnung aktuell politisch aufgeladen: Die von ihr geleitete Uno-Untersuchungskommission kam 2025 zu dem Schluss, dass Israel in Gaza einen Völkermord begehe – einen Vorwurf, den Israel zurückweist.«
Die Kommission stellte auch Kriegsverbrechen der Hamas und anderer bewaffneter palästinensischer Gruppen beim Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 auf Israel fest, darunter vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten und Geiselnahmen ( lesen Sie hier mehr dazu ).
Lesen Sie hier die ganze Geschichte: Dieser Friedensnobelpreis ist eine Kampfansage an das Recht des Stärkeren
Unter den deutschen Politikern war Gerhard Schröder mal ein Champion der Herzen, unter anderem wurde er wegen seiner Begeisterung für Wurstwaren und Bier an vielen Stammtischen gefeiert. In der Gegenwart scheint der Altbundeskanzler des Öfteren von allen guten Geistern und Umfragewerten verlassen. Am Mittwoch hat Schröder die Geburtstagsfeier des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau besucht und steht seither massiv in der Kritik. Heute sagte Vizeregierungssprecher Steffen Meyer, auch der aktuelle deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz sei »zutiefst empört« über das Treffen ( hier mehr dazu ).
»Putin allein«, so der Sprecher, sei für den Krieg in der Ukraine verantwortlich, und seine Befehle sorgten täglich für »unermessliches Leid, für zivile Opfer, für Familien, die auseinandergerissen werden, für Tote und Verwundete«. Der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner sagte hingegen dem »Tagesspiegel«, man müsse »in Russland mit denen reden, die da sind. Schröder kann Türen zu Putin öffnen.«
Die SPD müsse sich fragen lassen, wie lange sie Schröders Treiben noch hinnehmen will, schreibt mein Kollege Mathieu von Rohr in seinem Kommentar zum Auftritt des Altbundeskanzlers in Moskau ( lesen Sie hier mehr dazu ). »Man ist von Schröder vieles an Geschmacklosigkeiten gewöhnt.
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