Was hilft gegen die gestiegene Inflation?
Analyse Hohe Energiepreise Was hilft gegen die gestiegene Inflation? Stand: 02.09.2026 • 09:03 Uhr
Die Euro-Inflation liegt inzwischen bei 3,3 Prozent. Grund ist vor allem das teure Rohöl als Folge des Iran-Kriegs - ein Dilemma für Europas Notenbanker. Steigen die Preise bald womöglich noch schneller?
Die Inflation ist wieder da - und das deutlich stärker, als es Unternehmen, Verbrauchern und auch der Europäischen Zentralbank lieb sein kann. In Deutschland lag die Teuerungsrate im August bei 2,9 Prozent. Im Euroraum stiegen die Verbraucherpreise sogar um 3,3 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 2023 - und liegt weit über den Zwei-Prozent-Ziel der EZB.
Das liegt vor allem am Anstieg der Energiepreise, der sich im August erneut beschleunigt hat. Hier meldete die Statistikbehörde Eurostat ein Plus von 14,3 Prozent im Jahresvergleich.
Hintergrund ist der Iran-Krieg, der für einen Preisschock bei Öl und Gas gesorgt hat. Und ein Ende ist nicht in Sicht: So sind die Ölpreise zum Wochenauftakt kräftig gestiegen, nachdem es erstmals seit Ende Juli wieder zu gegenseitigen Raketenangriffen zwischen den USA und Iran gekommen war.
Der Preis für die Nordseesorte Brent kletterte daraufhin über die Marke von 90 Dollar je Barrel (159 Liter). Und auch am Gasmarkt geht die Aufwärtsbewegung weiter: Der europäische Gaspreis ist inzwischen auf mehr als 71 Euro je Megawattstunde (MWh) gestiegen - den höchsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs .
Die Gaspreise in Europa ziehen an, auf den höchsten Stand seit drei Jahren. mehr
Noch wird die Inflationsrate vor allem von den Energiepreisen nach oben getrieben. Doch je länger Öl und Gas teuer bleiben, desto größer ist die Gefahr, dass Betriebe die gestiegenen Kosten weitergeben und die hohen Energiepreise auch auf andere Bereiche durchschlagen.
"Nach und nach werden sich zunehmend auch indirekte Preiseffekte zeigen, zum Beispiel bei Nahrungsmitteln und Dienstleistungen", betont Sonja Marten, Chefvolkswirtin der DZ Bank, im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion .
Für die EZB ist das eine besonders unangenehme Situation. "Ein ölpreisgetriebener Inflationsschub ist immer der Albtraum einer jeden Zentralbank", sagt Edgar Walk, Chefökonom bei Metzler Asset Management. "Egal, was sie jetzt macht - es ist wahrscheinlich falsch."
Tatsächlich kann eine Notenbank gegen steigende Verbraucherpreise infolge eines Ölpreisschocks mit höheren Zinsen nur wenig ausrichten, werden die Ölpreise derzeit doch vor allem von den Angebotsrisiken im Mittleren Osten getrieben. Zugleich läuft sie Gefahr, das Wachstum zusätzlich zu bremsen, sollte sie an der Zinsschraube drehen.
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