Handball-Star Köster jetzt in Kiel - „Die Bundesliga wird ein Hauen und Stechen“
Julian Köster (26) ist einer von vier Neuzugängen, mit denen der THW Kiel nach der enttäuschenden Vorsaison in der Opel Handball -Bundesliga (HBL) wieder angreifen will. Nach fünfeinhalb Jahren beim VfL Gummersbach wechselte der Nationalspieler im Sommer an die Förde. Der Rückraumspieler gilt in Angriff und Abwehr als feste Größe, gehört zum Stammpersonal der Nationalmannschaft und soll den Rekordmeister zurück nach Europa führen. Vor dem HBL-Start am Donnerstag gegen den TBV Lemgo Lippe (19 Uhr, live bei Dyn/Anzeige ) spricht Köster im BILD-Interview über seinen Neustart in Kiel, die Rolle im neuen Kapitänstrio, den Konkurrenzkampf in der Bundesliga und die Heim-WM 2027 in Deutschland.
SPORT BILD: Herr Köster, Sie sprachen bei der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz des THW Kiel davon, es würde sich an der Küste noch ein bisschen wie im Urlaub anfühlen.
Julian Köster: Ja, zu Beginn war hier super Wetter. Am Meer entlangzugehen und ein bisschen schwimmen zu gehen, das fühlt sich dann schon wie Urlaub an. Aber jetzt ändert sich das Wetter langsam. Das heißt, dieses klassische Urlaubsgefühl ist nicht mehr ganz so da.
Sie haben selbst vor Kurzem gesagt, dass Sie ein bisschen aus Ihrer Komfortzone herausgegangen sind: eine neue Mannschaft, ein neues Umfeld. Wie fühlt sich das bislang an?
Gut. Es sind viele neue Eindrücke und eine ganz neue Trainingsgestaltung beim THW Kiel . Davor war ich fünfeinhalb Jahre in Gummersbach und habe immer unter Guðjón Valur Sigurðsson trainiert. Er hat natürlich eine Philosophie und diese über die Jahre hinweg auch durchgezogen, auch was das Training angeht. Das ist jetzt natürlich erst einmal eine große Umstellung. Aber genau das wollte ich auch, um mich einer neuen Herausforderung zu stellen. Bis jetzt macht es wirklich Spaß.
Wie ist das, wenn man neu in einen Verein kommt? Ist das ein bisschen wie der erste Tag im Kindergarten oder in der Schule, weil man neue Leute kennenlernt? Oder geht man auch mit Respekt an die Sache heran und fragt sich, was einen erwartet?
Mit extrem viel Respekt. Und natürlich auch mit einer gewissen Nervosität zu Beginn. Ich weiß ja gar nicht: Wie ist die Kabine? Wie funktioniert das alles? Wer hat welche Rolle? Wie sind die Gruppenkonstellationen? Das kannte ich über Jahre hinweg in Gummersbach. Dort durfte ich das alles auch ein Stück weit mitprägen. Jetzt komme ich komplett neu in eine Mannschaft und muss meine Rolle erst einmal finden. Deswegen gehört eine gewisse Anspannung, glaube ich, dazu.
Gab es für Sie in der Vorbereitung etwas, das Sie neu lernen mussten, weil es eine andere Vorbereitung und mit Børge Lund ein anderer Trainer ist, also kein Isländer, sondern ein Norweger?
Ja, allein die Trainingsaufteilung. Wir machen hier vormittags Krafttraining und trainieren nachmittags immer Handball. In Gummersbach war das zum Beispiel andersherum. Das ist für mich ehrlich gesagt schon eine große Umstellung, auch für den Kopf. Solche Dinge eben.
Børge bringt natürlich ein ganz neues System rein. In Gummersbach habe ich das System über die Jahre relativ gut kennengelernt und zum Teil auch mitgeprägt.
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