Hundebiss und Katzenbiss: Gefährliche Spätfolgen vermeiden
Viele Menschen kraulen gern Nachbars Hund oder streicheln eine zutrauliche Katze. Doch dabei kann es auch zu gefährlichen Bissverletzungen kommen. Meist sind die Hände betroffen. Die Dunkelziffer liegt vermutlich noch höher, denn viele gehen mit einer Bisswunde nicht zum Arzt oder zur Ärztin. Dabei können Tierbisse zu einer schweren Blutvergiftung (Sepsis) und zu einer Amputation von Gliedmaßen führen.
Hunde zerreißen und quetschen mit einem Biss häufig das komplette Gewebe. Zusätzlich kann sich die Wunde durch eingebrachte Keime infizieren. Katzenbisse sind tiefer und damit tückischer.
Vor allem Katzenbisse an der Hand bergen ein hohes Infektionsrisiko: Bei 30 bis 50 Prozent der Betroffenen kommt es zu einer behandlungsbedürftigen Infektion. Katzenzähne wirken wie feine Nadeln, die Bakterien tief ins Gewebe bringen. Die Haut verheilt häufig schnell, während sich darunter eine Entzündung entwickeln kann. Verursacht wird diese durch verschiedene Keime aus der Maulflora der Katze, darunter Pasteurella multocida, Staphylococcus aureus und Streptokokken . Gerade weil die Wunde oft harmlos aussieht, sollten Katzenbisse an der Hand ärztlich untersucht werden.
Im Gewebe können sich die Keime stark vermehren. Das Besondere an Katzenbissen ist, dass die Infektion sehr schnell auftritt, manchmal innerhalb von wenigen Stunden und sich der Zustand der Wunde schnell verschlechtert. Oft reicht eine alleinige Antibiotikatherapie nicht aus - die Entzündung gerät außer Kontrolle. Ist es durch die Bakterien bereits zu einem Gewebeschaden gekommen und Gewebe abgestorben, kann die Infektion nur ausheilen, wenn das abgestorbene Gewebe zuvor operativ entfernt wird. Denn in abgestorbenes Gewebe können keine Antibiotika eindringen, die Bakterien breiten sich weiter ungehemmt aus.
Immer wieder kommt es vor, dass Tierbisse unterschätzt werden. In diesen Fällen landen viele Betroffene später mit einer bereits ausgebreiteten Infektion in der Klinik. Bei Bissen an der Hand oder typischen Symptomen wie heißen Schwellungen, blauen oder roten Streifen auf der Haut sollte die Bisswunde chirurgisch behandelt werden:
Eine Blutvergiftung (Sepsis) entsteht laut Sepsis Stiftung stets durch eine Infektion. Folgende Symptome sind typisch, müssen aber nicht auftreten:
Häufig bleiben nach einem Tierbiss dauerhafte Schäden, etwa Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Solche schweren Spätfolgen lassen sich durch eine sofortige Behandlung nach dem Biss vermeiden. Nach einem Biss von Hund oder Katze sollten Betroffene sofort ins Krankenhaus gehen - am besten in eine Klinik mit einer Handchirurgie.
Chirurginnen und Chirurgen können am besten beurteilen, ob die Wunde an einer gefährlichen Stelle liegt und wie hoch das Risiko einer schweren Infektion ist.
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