Referendum über EU-Beitrittsverhandlungen: Brüssel hofft auf ein Ja aus Island
Referendum über EU-Beitrittsverhandlungen Brüssel hofft auf ein Ja aus Island Stand: 25.08.2026 • 06:36 Uhr
Island stimmt am Wochenende über EU-Beitrittsverhandlungen ab. Nicht zuletzt aus geopolitischen Gründen setzt man in Brüssel auf Zustimmung - und versucht, beim schwierigen Thema Fischerei auf die Isländer zuzugehen.
Stefan Füle ist enttäuscht an diesem 12. Juni 2013: "Wir respektieren die Entscheidung Islands, die Beitrittsverhandlungen auszusetzen", sagt der damals zuständige Erweiterungskommissar der Europäischen Union.
Er habe aber auch keine Zweifel daran, dass man jederzeit in den Prozess wieder einsteigen könne - bei all den Erfahrungen, die man jetzt schon gemacht und Vereinbarungen, die man jetzt schon getroffen habe:
"Und wenn sich die Isländer dafür entschieden, darauf aufzubauen, dann werden wir einen Deal erreichen, der beiden Seiten genügt: den isländischen Besonderheiten und den europäischen Prinzipien."
Sie ist dafür, dass Island Beitrittsverhandlungen mit der EU aufnimmt.
Nun könnte es tatsächlich bald dazu kommen - und Island ist besonders. Die Insel mit rund 400.000 Einwohnern gehört bereits zum Binnenmarkt, dafür zahlt das Land in die EU-Kasse ein, ähnlich wie zum Beispiel Norwegen. Sie ist auch Teil des Schengenraums.
Und ob Demokratie, Rechtsstaat, Gleichberechtigung, saubere Energie - überall liegt Island schon weitgehend auf EU-Linie oder ist dem Verbund sogar voraus.
Island ist anders als alle anderen Beitrittskandidaten, sagt Marta Kos, die heute in der EU-Kommission für die Erweiterung zuständig ist. "Wenn sich die Leute dafür entscheiden, den Beitrittsprozess fortzusetzen, dann wird das eine andere Situation sein als die mit irgendeinem anderen Beitrittskandidaten. Noch nie hatten wir ein Land, das schon so weit mit uns auf einer Linie ist."
Im August stimmt Island ab, ob die abgebrochenen Beitrittsverhandlungen mit der EU wieder aufgenommen werden. mehr
Für die EU wäre schon ein Beitritt als solcher ein Erfolg. Der letzte, Kroatien, liegt bereits 13 Jahre zurück. Andere Beitrittsprozesse, vor allem mit den Westbalkan-Ländern, ziehen sich mühsam hin.
Island wäre das erste westeuropäische Land seit mehr als 30 Jahren, das sich der EU anschließt. Es würde die Wertegemeinschaft stärken, hebt Erweiterungskommissarin Kos in einem Interview mit dem Isländischen Rundfunk hervor. Und nicht zuletzt sei Island auch geopolitisch für Europa wichtiger geworden.
"Ihr wisst, was es heißt, da oben zu sein, konfrontiert mit den - ich sage mal - unterschiedlichen Einflüssen in der Umgebung. Damit könnt ihr auch zur Sicherheit der Europäischen Union beitragen", so Kos an die Isländer gewandt.
Vor fast 20 Jahren wollte Island schon einmal der EU beitreten. Doch der Plan wurde auf Eis gelegt. mehr
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