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Michael lebt 3 Jahre im Wald: „Bin belastbarer als je zuvor“

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Michael lebt 3 Jahre im Wald: „Bin belastbarer als je zuvor“

FOCUS online: Anfang September ist Ihr Buch „Drei Jahre im Wald – Wie ich überlebte und echten Frieden fand“ erschienen. Drei Jahre bei Wind und Wetter durchgängig draußen in der Natur unterwegs – das ist ein extremes Szenario. Und auch, was Sie zum Ende des Buches schreiben, lässt aufhorchen. Ich zitiere: „Du brauchst keine drei Jahre in den Wald. Fünf Minuten reichen aus, um dich aus dem Stress des Alltags zu befreien und sofort wieder voll auf Kurs zu sein“.

Michael Wulf: Richtig. Dank eines mitgebrachten Werkzeugs führe ich heute wieder ein extrem leistungsfähiges und glückliches Leben in der Stadt. Der Stress des Alltags ist für mein System heute nur noch ein Windchen, kein Sturm mehr.

Aber mal ernsthaft: Diesen Prozess, den Sie durchgemacht haben, sollen andere in wenigen Minuten schaffen?

Wulf: Ja, das geht. Ich habe die Mechanik in den letzten sieben Jahren nach meiner Rückkehr weiter getestet und erforscht. Heute weiß ich: Keiner muss aussteigen, um sein überlastetes Nervensystem herunterzufahren und dauerhaft inneren Frieden zu finden. Es gibt eine Abkürzung, um die Ruhe dieser drei Jahre sofort in den Körper zu bringen.

Bevor wir dazu ins Detail gehen: Warum sind Sie überhaupt in den Wald gegangen?

Wulf: Der Auslöser war eine schwere Krise. Nach dem Studium der Volkswirtschaft hatte ich in Freiburg ein erfolgreiches Online-Unternehmen aufgebaut. Die Mutter meines Sohnes und ich waren zwar nie verheiratet und schon seit seinem zweiten Lebensjahr getrennt, aber ich hatte ein gutes Leben und wohnte ein paar Blocks von meinem Sohn entfernt.

Dann verlor ich mich in der Vision für ein zweites Unternehmen – in der naiven Hoffnung, diese Idee könnte mich und die Welt von dem Stress des durchgetakteten Alltags befreien.

Wulf: Ich wollte ein neues Sportgerät auf den Markt bringen, einen speziellen Leuchtball. Ich hatte mich völlig in dieses Projekt verrannt, weil mich das Spielen damit für ein paar Minuten aus dem Dauerstress in meinen Nerven befreite. Ich dachte wirklich: Wenn wir das alle spielen, sind wir frei.

Wulf: Nein. Eine einzige E-Mail hat die Illusion zerstört. Die Produktionsstätte für die Bälle war abgebrannt. Da ich persönlich für den Kredit gebürgt hatte, stand ich von heute auf morgen vor einem Schuldenberg von rund 50.000 Euro. Mein System kollabierte.

Wulf: Oberflächlich funktionierte ich: Hastig Marketing-Job angenommen, 20.000 Euro Schulden abgebaut. Innerlich war ich aber komplett bankrott. Jeder Brief im Briefkasten war ein Peitschenhieb, jeder Anruf ein Aufschrecken. Eine pampige Nachricht meiner Vermieterin zündete mein Nervensystem schließlich komplett an. Mir reicht's! Dachte ich. Ich geh in den Wald.

Ganz spontan? Oder hatten Sie sich das vorher schon mal überlegt gehabt?

Wulf: Nein, es gab keinen Plan. Das war keine logische Entscheidung. Das war pure Flucht.

Wulf: Ja, auf einer Lichtung neben einer Quelle. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war der ständige Lärm in meinem Kopf plötzlich weg. Keine Reize, keine Mails, keine Forderungen. Nur absolute Stille. Ich spürte eine nie dagewesene Erleichterung – einen Frieden, den es in der getakteten Stadt für mich nie gegeben hatte.

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