Studie zeigt, welche Schlafgewohnheit die Herzgesundheit verschlechtert
Laut einer Studie, die im Januar 2026 im „Journal of the American Heart Association“ erschien, treten Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei sogenannten Nachteulen häufiger auf. Die Forschenden führen dies vor allem auf beeinflussbare Gewohnheiten zurück, wobei der Effekt bei Frauen stärker ausfällt.
Für ihre Untersuchung wertete ein Team des Brigham and Women’s Hospital und der Harvard Medical School, beide in Boston, Daten von mehr als 300.000 gesunden Erwachsenen zwischen 39 und 74 Jahren aus, die in der UK Biobank registriert waren – einer Langzeitstudie aus Großbritannien, bei der regelmäßig verschiedene Gesundheitsdaten einer großen Stichprobe erhoben werden.
Für die Herz-Kreislauf-Gesundheit wurde ein Score berechnet, der sowohl
Acht Prozent der einbezogenen Probanden beschrieben sich als „definitive Abend-Menschen“ mit einer späten Ins-Bett-Geh-Zeit wie 2 Uhr nachts und einem späten Höhepunkt ihrer Aktivität im Tagesverlauf.
„Definitive Morgen-Menschen“ machten 24 Prozent der Stichprobe aus, der Rest ordnete sich dazwischen ein und wird als Gruppe mit mittlerem Chronotyp bezeichnet. Chronotyp ist der Fachbegriff für die innere Uhr beziehungsweise den bevorzugten Schlaf-Wach-Rhythmus.
Das Forschungsteam fand heraus, dass unter den Nachteulen der Anteil derjenigen mit einer allgemein schlechten Herz-Kreislauf-Gesundheit 79 Prozent höher lag als in der mittleren Gruppe.
Zudem hatten die Nachteulen über einen Beobachtungszeitraum von rund 14 Jahren hinweg ein 16 Prozent höheres Risiko eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls als die Menschen mit mittlerem Chronotyp. Bei Frauen war der Zusammenhang zwischen dem späten Chronotyp und einer schlechten Herz-Kreislauf-Gesundheit noch stärker ausgeprägt als bei Männern.
Allerdings scheint nicht der Chronotyp an sich ausschlaggebend für den negativen gesundheitlichen Effekt zu sein, sondern vielmehr Gewohnheiten, die oft mit dem späten Rhythmus einhergehen.
Bei „Abend-Menschen“ sei es häufiger der Fall, dass die innere Uhr „möglicherweise nicht mit dem natürlichen Tag-Nacht-Lichtzyklus oder ihrem typischen Tagesablauf übereinstimmt“, erklärt Studienautor Sina Kianersi. „Abendmenschen neigen möglicherweise eher zu Verhaltensweisen, die sich auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit auswirken können, wie zum Beispiel schlechtere Ernährung, Rauchen und unzureichender oder unregelmäßiger Schlaf.“
Die Gruppe sieht darin gute Nachrichten für die Nachteulen, da sich solche Gewohnheiten ändern lassen. Auch manche Therapien und Behandlungsansätze könnten sich mit diesem Wissen besser auf die jeweiligen Personen zuschneiden lassen.
Experten der US-amerikanischen Heart Association benennt sieben zentrale Punkte zur Förderung der Herzgesundheit.
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