Freundschaften am Arbeitsplatz: Frauen knüpfen laut Studie engere Kontakte als Männer
Viele finden einen freundschaftlichen Umgang wichtig. Laut einer Untersuchung der Durham University Business School gibt es aber entscheidende Unterschiede, die Frauen im Job benachteiligen könnten.
Freundschaften am Arbeitsplatz sind weit verbreitet und spielen eine wichtige Rolle für Zufriedenheit und Produktivität. Dabei scheint es allerdings entscheidende Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu geben. Wie eine aktuelle Studie der Durham University Business School nahelegt, bilden Frauen bei der Arbeit engere Freundschaften als ihre männlichen Kollegen. Für die Untersuchung begleitete das Forschungsteam insgesamt 139 Mitarbeiter:innen in den USA in den ersten zehn Monaten ihrer neuen Beschäftigung. Die rekrutierten Personen waren zwischen 18 und 24 Jahre alt und wurden in dem Zeitraum viermal zu ihren Arbeitsplatzkontakten befragt.
Das Forschungsteam untersuchte, wie sich Freundschaften am Arbeitsplatz bei Männern und Frauen unterschiedlich entwickeln. Demnach knüpfen weibliche Beschäftigte eher über bestehende soziale Kontakte Freundschaften und schaffen im Büro so größere Netzwerke, die zudem häufiger andere Frauen einschließen. Männer hingegen neigen zu selektiveren Eins-zu-Eins-Freundschaften und knüpfen seltener Beziehungen über gemeinsame Kontakte. Die Studie wurde von Andrew Parker geleitet, der an der britischen Durham University Business School zu Leadership-Themen forscht und lehrt. Auch Forscher:innen aus den USA und der Schweiz waren beteiligt. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Social Networks erschienen.
Sie deuten darauf hin, dass Frauen beim Aufbau von Beziehungen am Arbeitsplatz eher der Freundschaft selbst Priorität einräumen. Das führt zu stärkeren Freundeskreisen und stärker vernetzten sozialen Beziehungen innerhalb von Organisationen. Männer hingegen gehen bei ihren Beziehungen selektiver vor. Diese entstehen besonders häufig, wenn sie als Unterstützung für persönliche oder berufliche Ziele wahrgenommen werden. Nach Ansicht des Forschungsteams könnten diese unterschiedlichen Herangehensweisen die Rolle beeinflussen, die Freundschaften in Organisationen spielen. So trugen weibliche Freundschaftsnetzwerke stärker zur organisatorischen Stabilität bei, während männliche Freundschaften offenbar stärker auf den individuellen Nutzen ausgerichtet sind.
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