Der Fall Nordhorn-Lingen - Staatsanwalt ermittelt im Handball-Lizenzskandal
Es war Mitte Juli, als das Hauptthema des spielfreien Handball-Sommers auf die Agenda rutschte und seitdem die Stimmung in der Opel Handball-Bundesliga prägt.
Der Lizenzskandal um Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen beschäftigte schon seit Wochen die Lizienzierungskommission der Handball-Bundesliga (HBL), den klagenden Zweitliga-Absteiger HSG Krefeld Niederrhein, das Landgericht Dortmund und auch die Staatsanwaltschaft in Köln. Die hat jetzt offenbar den nächsten Schritt eingeleitet.
Ende Juli hatte die HSG Krefeld Niederrhein bei der Staatsanwaltschaft in Köln (Abteilung Wirtschaftskriminalität) eine Strafanzeige gegen die „relevanten Verantwortlichen“ des HSG Nordhorn-Lingen e.V. erstattet. Es soll dabei unter anderem um Betrug zulasten der Handball-Bundesliga (HBL) und der HSG Krefeld Niederrhein gegangen sein.
Ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft bestätigte am 4. August eine entsprechende Anfrage von SPORT BILD: „Den Eingang einer von Ihnen angefragten Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln kann ich bestätigen.“
Jetzt hat die Kölner Strafverfolgungs-Behörde auch ein Aktenzeichen (70 Js 9090/26) vergeben. Das kann auch als Zeichen dafür gewertet werden, dass die Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht bejaht und ein entsprechendes Ermittlungsverfahren eingeleitet hat.
Die inzwischen nachträglich mit einem Sechs-Punkte-Abzug für die kommende Spielzeit sanktionierte HSG Nordhorn-Lingen tritt am Sonntag (17 Uhr, live bei Dyn) am ersten Zweitliga-Spieltag bei Ex-Meister TuSEM Essen an. Auf welches Personal HSG-Trainer Mark Bult am Ende zurückgreifen kann, erscheint aktuell offen.
Der niederländische Ex-Profi hatte nach dem frühen Pokal-Aus beim Longericher SC angekündigt, dass „viele Spieler mit anderen Vereinen in Kontakt“ stünden. Und dass es „bei manchen so weit“ sei, dass Verträge unterschriftsreif auf dem Tisch“ lägen.
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