Schmerzgrenze erreicht? - Netflix und Co. treten auf die Abokosten-Bremse
Netflix hier, Disney+ da und Prime Video sowieso: Viele Haushalte zahlen längst für mehrere Streamingdienste gleichzeitig. Was einzeln oft noch günstig klingt, kann sich am Monatsende zu einer stattlichen Summe addieren. Und dann wird es noch teurer, weil die Anbieter regelmäßig an der Preisschraube drehen. Doch bei vielen Kunden ist offenbar eine Grenze erreicht: Noch höhere Streaming-Kosten könnten zunehmend für Frust sorgen. Und das scheint auch bei Netflix, Disney und Amazon angekommen zu sein.
Darauf deutet nach übereinstimmenden Berichten eine Auswertung des US-Marktforschers Ampere Analysis hin. Er untersuchte, wie sich die Preise bei Netflix , Disney+ und Prime Video in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Das Ergebnis ist deutlich: Von 2023 bis 2024 stiegen die Preise im Schnitt um 24 Prozent; von 2025 bis 2026 waren es nur noch 14 Prozent. Auch absolut fiel der durchschnittliche Aufschlag von 1,67 auf 1,54 US-Dollar.
Bei Netflix lag eine Preiserhöhung im Dreijahresdurchschnitt bei 1,73 US-Dollar oder 16 Prozent. Disney+ kam auf 1,53 US-Dollar und 17 Prozent. Bei Prime waren es 1,47 US-Dollar. Prozentual fiel der Sprung dort mit 30 Prozent am größten aus. Dafür erhöhte Amazon die Preise seltener.
Auch für Kunden in Deutschland ist die Auswertung interessant. Denn in Westeuropa fielen die Aufschläge besonders kräftig aus. Im Schnitt waren es 1,86 US-Dollar oder 16 Prozent. Damit lag die Region vor Nordamerika sowie Mittel- und Osteuropa.
Trotz der kräftigen Aufschläge zeichnet sich inzwischen ein Kurswechsel ab. Dass die Streaming -Riesen vorsichtiger werden, dürfte kein Zufall sein. Viele Haushalte zahlen schon für mehrere Dienste und können bei der nächsten Erhöhung schnell ein Abo kündigen. Gleichzeitig verdienen Netflix und Co. mehr mit Werbung und kostenpflichtigen Zusatzmitgliedern. Höhere Umsätze müssen also nicht mehr nur über teurere Abos laufen.
Weitere Preiserhöhungen sind damit laut der Studie aber nicht vom Tisch. Treffen dürften sie vor allem Kunden, die keine Werbung sehen wollen. Bei werbefreien Tarifen lag eine Erhöhung in den vergangenen drei Jahren im Schnitt bei 1,62 US-Dollar. Bei Abos mit Werbung waren es nur 1,21 US-Dollar.
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