Campen auf andere Art : Als "Untamed Edition" schafft der Mini Countryman All4 etwas mehr Gelände
Mit einem Mini Countryman zum wilden Campen, das ist schon ziemlich posh. Zum Beispiel mit der neuen "Untamed Edition". Wie geht ein Kleinwagen mit Bett? ntv.de war mit dem Allradler unterwegs. Ein richtiger Hardcore-Offroader ist er natürlich nicht.
Zum Einstieg seien ein paar Dinge eingeordnet: Natürlich ist der hier besprochene Mini Countryman nicht neu - die sogenannte "Untamed Edition" ist es allerdings schon, und das Modell ist durchaus attraktiv. Den einen oder anderen Fakt zum Sondermodell sollte man aber kennen.
Zwischen der europäischen Ausgabe sowie der US-Version klafft im wahrsten Sinne des Wortes eine Lücke von mehreren Zentimetern. So weist die amerikanische Variante 19 Zentimeter Bodenfreiheit auf, und das sieht zusammen mit den grobstolligen Pirelli-Scorpion-Allterrain-Reifen ziemlich funky aus - ob man es nun braucht oder nicht. Und die Europäer müssen an dieser Stelle stark sein, denn aus regulatorischen Gründen kommt die Untamed Edition hier nicht so hoch. Immerhin, wer den Stromer wählt, der eigentlich tiefer liegt als der Verbrenner, erreicht das Level des ohnehin höher liegenden Benziners. Alles klar?
Egal, Hauptsache, das schicke "Untamed"-Logo prangt auf der breiten Fläche hinter der B-Säule. Und ein paar weitere optische Schmankerl gibt es darüber hinaus. Vertikale Elemente im Kühlergrill gehen zumindest als markantes Erkennungsmerkmal durch. Schwarz folierte Radläufe sowie modifizierte Schweller verleihen dieser Edition außerdem Abstand zu den konventionellen Countryman-Ausgaben. Und dann gibt es noch eine auffällige Hauben-Beklebung.
Unter dem Blech werkelt im Falle der mitgebrachten Testwagen im Rahmen dieser Fahrveranstaltung der Zweiliter-Vierzylinder mit 218 PS Systemleistung. Heißt, der B48-Benziner aus dem BMW-Regal bringt 204 und bekommt noch 20 elektrische PS aus dem 48-Volt-System dazu. Das ist heute nicht mehr spektakulär, aber auch nicht mickrig. Und die Hauptfrage soll in diesem Fall auch nicht lauten: "Drückt dich der Countryman heftig in die Sitze?", sondern: "Wie zum Teufel soll der All4 diesen steilen Felsaufstieg mit Verschränkungspassagen schaffen?!"
Man muss immerhin so fair sein und sagen, dass dieser Mini beileibe kein Geländewagen ist. Und so gesehen ist es fast schon ein Ritterschlag, dass das 4,44 Meter lange SUV zwar etwas scharrend, aber immerhin, Extremsteigungen meistert, die von der Untergrundbeschaffenheit auch noch ungünstig sind und einzelnen Rädern eine schlechte Traktionssituation beschert. Ja, ein Lamellenpaket verteilt das Moment variabel, richtig. Aber eine echte mechanische Sperre fehlt natürlich.
Aber dieser Countryman muss ja nicht einmal wahnsinnig unwegsame Passagen überwinden. Es reicht ja völlig, wenn er eine nasse Wiese in einem Waldgebiet schafft. Und dann nämlich wird es lauschig. Jedenfalls gilt das, wenn man das Mini-Dachzelt des Zulieferers Autohome bestellt. Einfach die kompakte Box auf das Dach packen (trägt 300 Kilogramm) und diese öffnen. Beziehungsweise: Gasdruckdämpfer lassen den Deckel der Hartschale nach oben schnellen - so simpel kann es gehen. Und schon präsentiert sich ein hübsches Zelt mit zwei weichen Schlafplätzen in exponierter Stellung.
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