Zwerchfellbruch: Symptome, Behandlung und wann operiert wird
Eine Hiatushernie oder ein Zwerchfellbruch gehört zu den häufigsten Veränderungen am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen. Oft wird sie nur zufällig entdeckt, da viele Betroffene keine Beschwerden haben. Ein Zwerchfellbruch kann aber auch die Ursache von Schmerzen und Sodbrennen sein.
Das Zwerchfell ist eine muskuläre Trennwand zwischen Brust- und Bauchraum. Durch den sogenannten Hiatus (Speiseröhrenschlitz), eine natürliche Öffnung im Zwerchfell, verläuft die Speiseröhre zum Magen. Mit zunehmendem Alter oder bei schwachem Bindegewebe kann sich diese Öffnung jedoch erweitern. Rutscht dadurch ein Teil des Magens in den Brustkorb, sprechen Fachleute von einer Hiatushernie oder einem Zwerchfellbruch.
Die meisten Hiatushernien bei Erwachsenen sind recht klein und verursachen keine oder nur geringe Beschwerden: In Deutschland haben etwa 50 Prozent der Menschen über 50 Jahre einen Zwerchfellbruch, Frauen häufiger als Männer. Wenn der Druck im Bauchraum zunimmt, bei Übergewicht , Schwangerschaft , chronischem Husten ( COPD ) oder chronischer Verstopfung , begünstigt das die Entstehung.
Die häufigste Form (Typ 1) ist die axiale Hiatushernie. Dabei rutscht der Mageneingang entlang der Längsachse der Speiseröhre nach oben in den Brustraum. Da die Magenanteile auch wieder in den Bauchraum zurückgleiten können, spricht man auch von einer Gleithernie oder Hiatusgleithernie.
Bei Typ 2 rutschen Magenteile einseitig an der Speiseröhre vorbei in den Brustkorb (paraösophageale Hiatushernie). Im Extremfall entsteht ein Upside-down-Magen, wenn der Hauptteil des Magens kopfüber im Brustkorb liegt. Mischformen werden als Typ 3 bezeichnet.
Ein Sonderfall sind angeborene Zwerchfellhernien: Durch eine embryonale Fehlbildung können sich die Bauchorgane in den Brustkorb verlagern und direkt nach der Geburt gefährliche Atemprobleme des Säuglings auftreten. Diese Fehlbildung muss nach intensivmedizinischer Stabilisierung des Kindes schnell operiert werden.
Wenn Beschwerden auftreten, hängen sie meist mit einem gastroösophagealen Reflux zusammen, denn ein Zwerchfellbruch kann den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre begünstigen. Mögliche Symptome sind:
Die Beschwerden treten häufig nach üppigen Mahlzeiten, im Liegen oder beim Vornüberbeugen auf.
Eine Zwerchfellentzündung ist äußerst selten. Möglich ist, dass eine allgemeine Muskelentzündung (Myositis) auch das Zwerchfell betrifft, beispielsweise bei autoimmunen Systemerkrankungen. Häufiger sind Entzündungen von Rippen- und Lungenfell ( Pleuritis ). Diese feinen Häute liegen nicht nur an der Brustwand, sondern auch auf dem Zwerchfell und können bei Entzündungen zu gürtelförmigen stechenden Schmerzen führen, die sich beim tiefen Einatmen, Husten oder Niesen verstärken. Mögliche Auslöser sind Coxsackie-B-Viren (Bornholm-Krankheit). Ein Zwerchfellbruch verursacht dagegen meist Sodbrennen, saures Aufstoßen oder ein Druckgefühl nach dem Essen. Da sich die einzelnen Beschwerden überschneiden können, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Ein Magendurchbruch ist ein akuter medizinischer Notfall.
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