Wer erobert das Rote Rathaus?: In Berlin setzt die SPD auf ganz viel Krach
Er kam als Unbekannter und Hoffnungsträger zurück in die Wahlheimat: Spitzenkandidat Steffen Krach trägt den Wahlkampf der SPD fast allein auf seinen Schultern. Der Erfolg ist bisher durchwachsen, für Krach aber kein Grund zum Aufstecken.
Genau einen Monat vor der Abgeordnetenhauswahl steht Steffen Krach in den Umfragen auf Platz vier und im Wahlkampf wieder genau dort, wo diese ganze Berlin-Sache einmal ihren Anfang genommen hatte. "Da oben habe ich gewohnt", erinnert sich Krach und zeigt auf einen Altbau im an diesem Sommertag malerisch anmutenden Akazienkiez. 2002 war der geborene Niedersachse zum Studium in die damals so viel günstigere, wildere Hauptstadt gezogen. Nun will der 47-Jährige hier Regierender Bürgermeister werden - und für die SPD das Rote Rathaus von der CDU zurückerobern. "Natürlich könnte es besser laufen", beschreibt Krach die eigene Lage. "Aber wir kämpfen weiter, nur wenige Prozentpunkte reichen und schon kann es wieder ganz anders aussehen." Liefe der Hobbyläufer Krach gerade ein Wettrennen, wäre das die Phase, in der es vor allem Tapferkeit braucht.
Genau genommen liegt die SPD in den Umfragen zur Berlin-Wahl sogar nur auf Platz fünf, nur wird die AfD bei der Regierungsbildung keine Rolle spielen und schon gar nicht den nächsten Bürgermeister stellen. Die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp und die CDU mit ihrem für Amtsinhaber Kai Wegner eingesprungenen Frontmann Stefan Evers liefern sich derzeit mit Werten um die 20 Prozent ein Kopf-an-Kopf-Rennen, dahinter folgen AfD und Grüne. Die SPD hatte das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap Mitte Juli gar mal bei 12 Prozent verortet, zuletzt waren es bei Insa wieder 15 Prozent. Aus Sicht von SPD und Grünen darf sich der Wahlkampf jetzt keinesfalls auf die Frage Eralp und Evers verengen, muss der Kampf um die Spitzenposition bis zum Wahltag am 20. September möglichst offen scheinen. Bis dahin muss Krach tapfer bleiben und weiter durchziehen.
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