Neue Schulden spürbar teurer: Deutscher Staat macht im ersten Halbjahr Minus von 71 Milliarden Euro
Deutschland reißt erstmals seit der Corona-Pandemie die Drei-Prozent-Defizitmarke. In den ersten sechs Monaten gibt der Staat 71,3 Milliarden Euro mehr aus als er einnimmt. Ursache sind Mehrausgaben im Bereich Verteidigung und zusätzliche Investitionen und Subventionen.
Der deutsche Staat hat im ersten Halbjahr wegen milliardenschwerer Investitionen rote Zahlen geschrieben. Die Ausgaben von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung überstiegen die Einnahmen um rund 71,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt bekanntgab. Damit fiel das gesamtstaatliche Defizit um 36,6 Milliarden Euro höher aus als ein Jahr zuvor. Die Summe entspricht einem Defizit von 3,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Das ist etwas mehr als die europäische Vorgabe zum Haushaltsdefizit von 3 Prozent.
Das Minus ist zu großen Teilen auf das Finanzierungsdefizit des Bundes von 48,1 Milliarden Euro zurückzuführen. Es wuchs damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29 Milliarden Euro. "Maßgeblich für den Bund sind die Mehrausgaben im Bereich Verteidigung und zusätzliche Investitionen und Subventionen, die aus den Sondervermögen finanziert werden", sagte Steuerexperte Jens Boysen-Hogrefe vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). Zudem liefen die Steuereinnahmen "eher moderat".
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