Zinssorgen und Ölpreis belasten: KI-Fantasien geben der Wall Street Auftrieb
Metas neuer KI-Assistent Muse hievt Technologiewerte in neue Höchststände. Darunter mischen sich auch Sorgen, dass ganze Branchen davon umgekrempelt werden könnten. Hohe Ölpreise und Sorge vor der nächsten Zinserhöhung der Fed bremsen die Kauflaune.
Die Begeisterung für Künstliche Intelligenz (KI) hat der US-Technologiebörse Nasdaq den zweiten Tag in Folge ein Rekordhoch beschert. Während Chipwerte von der starken Resonanz auf den neuen KI-Assistenten "Muse" von Meta profitierten, gerieten konsumnahe Aktien und Finanztitel unter Druck.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,36 Prozent tiefer auf 51.863 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 trat bei 7764 Zählern auf der Stelle und blieb damit nur knapp unter seinem Rekordhoch vom 13. August. Der Index der Nasdaq stieg indes um 0,45 Prozent auf 27.244 Punkte. Das Handelsvolumen an den US-Börsen war mit 17,9 Milliarden gehandelten Aktien im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen 20 Sitzungen von 16,3 Milliarden hoch.
Im Zentrum des Anlegerinteresses stand der im September eingeführte Meta-Assistent Muse , der im Auftrag von Nutzern E-Mails versenden und Transaktionen abschließen kann. Dies beflügelte KI-bezogene Halbleiterwerte: Aktien von Micron rückten um fünf Prozent vor, Sandisk gewannen fast sieben Prozent. Zugleich wuchs jedoch die Sorge, dass die Software Einzelhändlern, Online-Brokern und anderen verbrauchernahen Unternehmen Konkurrenz machen könnte.
Amazon hatte den Agenten am Montag von Einkäufen auf seiner Plattform ausgesperrt. Viele Technologiewerte litten wegen der einen oder anderen Befürchtung im Zusammenhang mit Muse, sagte Jed Ellerbroek, Portfoliomanager bei Argent Capital Management. Die Menschen fürchteten, dass die KI künftig etwa auch Versicherungen verwalte, Reisen buche und nach Produkten suche. Papiere der Fahrdienstvermittler Uber und Lyft gaben jeweils mehr als ein Prozent nach. Airbnb verloren drei Prozent, der Online-Broker Charles Schwab sechs Prozent ein. Die Großbanken JPMorgan und Wells Fargo gaben jeweils mehr als drei Prozent nach.
Abseits der Technologiewerte sorgten geopolitische Spannungen für Zurückhaltung. Der Ölpreis pendelte um die Marke von 100 Dollar pro Barrel. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen verharrte bei relativ hohen 4,94 Prozent. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump in einer Rede vor der UN-Vollversammlung gewarnt, er könne den Iran vernichten, sollte es keine Einigung zur Beendigung des Nahostkonflikts geben. Trump hatte sich in der Vergangenheit bereits ähnlich geäußert und Beobachter sehen den Iran derzeit nicht in einer sehr schwachen Position.
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