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Schwarzmeer-Blockade: Bleibt der Mais auf Ukraines Feldern?

Deutsche Welle ·

Die russischen Angriffe auf zivile Schiffe haben die Häfen im Großraum Odessa weitgehend zum Stillstand gebracht. Über diese Seehäfen wurden bislang bis zu 90 Prozent der ukrainischen Agrarausfuhren abgewickelt.

Um die Exporte dennoch aufrechtzuerhalten, arbeitet die ukrainische Regierung an alternativen Transportwegen über Schiene, Straße und Wasserwege. Darüber hinaus laufen Gespräche über die Einrichtung eines neuen Exportkorridors durch die Republik Moldau .

Experten weisen jedoch darauf hin, dass diese Alternativrouten die Häfen nicht ersetzen können. Nach ihrer Einschätzung stellt die aktuelle Blockade des Schwarzen Meeres für die ukrainische Wirtschaft sogar eine noch größere Bedrohung dar als im Jahr 2022.

Die angespannte Sicherheitslage im Schwarzen Meer wirkt sich bereits deutlich auf den ukrainischen Binnenmarkt aus. Nach Angaben von Denys Martschuk, stellvertretender Vorsitzender des Verbands "Allukrainischer Agrar-Rat", haben die Landwirte des Landes bislang mehr als 28 Millionen Tonnen Getreide und Hülsenfrüchte eingebracht.

Ein Großteil der Ernte lässt sich derzeit jedoch nicht vermarkten. Die Folge ist ein zunehmender Mangel an Betriebskapital, das dringend für den Abschluss der laufenden Erntearbeiten sowie für die Aussaat der Winterkulturen benötigt wird. Diese beginnt Ende August in den südlichen Regionen der Ukraine.

"Derzeit können wir unsere Erzeugnisse kaum verkaufen. Stattdessen werden die Vorräte eingelagert, sofern überhaupt ausreichend Lagerkapazitäten vorhanden sind. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was wir tun sollen, denn wir brauchen Geld, insbesondere für die Herbstaussaat", sagte Martschuk gegenüber der Deutschen Welle (DW).

Ihm zufolge wird sich die Situation in den kommenden Wochen und Monaten weiter verschärfen. Dann kommen die Erträge der später geernteten Getreide- und Ölsaaten-Ernten zu den schon geernteten Getreidesorten hinzu.

Allein die Maisernte könnte in diesem Jahr rund 33 Millionen Tonnen erreichen. Gleichzeitig droht im Herbst ein Mangel an Lagerkapazitäten von bis zu zehn Millionen Tonnen. Besonders betroffen sind die frontnahen Regionen, in denen die meisten Getreidesilos infolge des Krieges zerstört sind.

"Man hört oft, dass die Landwirte den Mais auf den Feldern stehen lassen wollen, um ihn erst im Frühjahr zu ernten. Er muss noch getrocknet werden, was viel Strom kostet, der sehr teuer ist. Dafür fehlt das Geld. Es gibt weder ausreichende Absatzmöglichkeiten noch vernünftige Preise, also ist es besser, ihn jetzt stehen zu lassen, das ist billiger", erläutert Martschuk.

Maksym Hopka, Analyst beim Verband "Ukrainischer Agrarwirtschafts-Club", beziffert die ukrainischen Agrarprodukte im Juli auf rund 3,7 Millionen Tonnen, davon etwa 2,7 Millionen Tonnen Getreide. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem Rückgang um rund ein Viertel. Für August erwartet Hopka, dass die Getreideexporte nochmals um etwa die Hälfte zurückgehen könnten.

Parallel dazu geraten die Inlandspreise zunehmend unter Druck. Laut Hopka ist der Preis für Speiseweizen um 30 bis 35 Prozent gefallen. Auch der Gerstenpreis ist um etwa 30 Prozent gefallen.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.dw.com — der Inhalt gehört Deutsche Welle.

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