Erster BILD-Finanzgipfel - So ist unsere Rente noch zu retten
Rente, ETFs, Aktien, Krypto: Wie legen die Deutschen ihr Geld richtig an, damit es im Alter reicht? Beim ersten BILD-Finanzgipfel diskutierten Top-Manager, Ökonomen und Finanzexperten über die Zukunft der Altersvorsorge. Von Christian Sewing über Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp bis zu Frank Thelen ging es um die drängendsten Fragen rund um Vermögensaufbau, Geldanlage und Rentensicherheit.
In seiner Keynote warb Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing (56) für eine grundlegende Reform der Altersvorsorge . Er würdigte nicht nur die rasche Durchsetzung der Altersreform, sondern sah auch die Chance, dass der breiten Bevölkerung Finanzbildung nahegebracht wird. Die gesetzliche Rente bleibe zwar „das Fundament unserer Alterssicherung“, brauche aber eine stärkere kapitalgedeckte Ergänzung.
Um die Teilnahme für breite Bevölkerungsschichten so einfach wie möglich zu machen, sprach er sich zudem für automatische Einzahlungsmodelle mit Widerspruchsrecht („Opt-out“) wie bei der betrieblichen Altersvorsorge in Großbritannien aus. Das neue Altersvorsorge-Depot und mehr Aktienvorsorge seien für ihn eine „doppelte Chance“: „Mehr Sicherheit für die Menschen und mehr Zukunftskraft für Deutschland .“ Sein Credo: „Europa hat kein Sparproblem, Europa hat ein Mobilisierungsproblem.“ Mehr privates Kapital könne Renten sichern und zugleich Wachstum, Innovationen und Investitionen finanzieren.
Im Anschluss stritten Wissenschaft, Finanzbranche und Verbraucherschützer nicht über das Ob, sondern über das Wie der neuen Altersvorsorge. Ökonom Jörg Rocholl (53, Präsident ESMT Berlin ) warb für mehr Aktienkultur: „Über lange Zeiten kann man durch den Zinseszins-Effekt natürlich enorm viel erreichen.“
Union-Investment-Geschäftsführer Jochen Wiesbach: „Es gibt einfach Freiheit, verschiedene Produkte anbieten zu können.“ Verbraucherschützerin Dorothea Mohn (Leiterin Team Finanzmarkt der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.) warnte dagegen vor Fehlanreizen: „Die größte Gefahr, die ich sehe, ist, dass jetzt mit Lockangeboten geworben wird.“ Ihr Appell: „Es besteht kein Grund, jetzt schnell zu handeln. Der Anleger hat ein Jahr Zeit, die Förderungen noch mitzunehmen.“
Danach machte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp (56) Female Finance zum Kernthema ihrer Rede. Frauen seien bei Gehalt, Rente und Geldanlage noch immer benachteiligt: „Der Gender-Pay-Gap ist real, der Gender-Pension-Gap ist real und leider ist auch der Gender-Investment-Gap real.“
Besonders alarmierend: In der Generation Z seien 90 Prozent der Wertpapiersparer männlich und nur 10 Prozent weiblich. Orlopps Forderung: mehr finanzielle Bildung und einfachere Anlageprodukte. Denn: „Female Finance ist kein Randthema. Es ist eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Notwendigkeit für Deutschland.“
Zum Thema Female Finance diskutierten schließlich Bettina Orlopp, Andrea Machost, Vorständin Ökoworld und Finanzjournalistin Carola Ferstl. Sie sprachen darüber, wie mehr Frauen zum Investieren bewegt werden können.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.