„Gewalt als Trophäe“ - So funktioniert der Terror in Com-Netzwerken
Sexuelle Gewalt, Verstümmelungen, schwere Straftaten – und sogar Mord. Der Fall um Shahriar J. alias „White Tiger“ rückte 2025 ein völlig neues Kriminalitätsfeld in den Fokus der Öffentlichkeit. Jetzt wurde ein weiterer Fall bekannt, der mit dem Mord an einem Kind endete. Europol warnt vor dem Phänomen sektenartiger Online-Communitys, sogenannten „Com-Netzwerken“. BILD erklärt, wie der Terror im Netz funktioniert und warum vor allem Kinder in Gefahr sind.
„Com-Netzwerk“ lautet der Begriff, den zunächst Jugendliche selbst für eine extreme Community (kurz: „Com“) in sozialen Netzwerken verwendet hatten. Seit Ende 2024 nutzt auch die Polizei diesen Begriff. Er umfasst Netzwerke wie „764“ oder die Gruppe um den im März festgenommenen Kai M. (19) aus Rheinland-Pfalz.
Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen warnt vor gefährlichem Suchtverhalten von Kindern und Jugendlichen in Chats oder sozialen Netzwerken. In Com-Netzwerken „vernetzen sich vor allem junge Menschen, die extreme Gewalt verherrlichen und Straftaten gegenseitig dokumentieren und verbreiten“, heißt es in einer Mitteilung.
Die Motivation der Täter? „Gewalt als Trophäe“, so das LKA: „Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu gefährlichen oder strafbaren Handlungen zu bewegen und diese anschließend innerhalb der Gruppen zu verbreiten.“ Dies verschafft den Anstiftern offenbar Anerkennung.
„Täter suchen gezielt nach jungen Menschen, die sich einsam fühlen.“ Die Kontaktaufnahme erfolge meist harmlos über Spielechats, Messenger oder soziale Netzwerke. Charismatische Anführer würden Komplimente verteilen, vermeintliche Freundschaften aufbauen, „die Betroffenen emotional abhängig“ machen.
Europol nennt das den „Aufstieg von kultartigen Onlinegemeinschaften “. Es sind sogar Fälle bekannt, bei denen sich die Täter Zugang zu Selbsthilfegruppen von Jugendlichen mit psychischen Problemen verschafft haben. Nach und nach bringen sie die jungen Leute dazu, extrem gewalttätige Inhalte zu teilen, die von Blut und Tierquälerei bis hin zu Material über Missbrauch von Kindern und Morddarstellungen reichen. In der Folge werden sie aufgefordert, sich selbst etwas anzutun, sexuelle Handlungen aufzunehmen und zu teilen. Oder sogar zu morden! Die Behörde sprach von einem „ernsthaften Risiko für die öffentliche Sicherheit“.
Europol ruft Eltern und Erzieher auf, wachsam zu sein . Die ehemalige Direktorin Catherine de Bolle (56): „Diese Netzwerke radikalisieren die Köpfe im Verborgenen und stiften sie dazu an, Gewalt in die reale Welt zu tragen.“ Eltern sollen darauf achten, ob Kinder ihre Online-Aktivitäten verstecken, ihre Sprache verändern, sich selbst verletzen oder Interesse an Gewaltdarstellungen zeigen.
Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.