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Kultur

Wahlkrimi in Schweden: Nur ein Mandat zwischen den Lagern

Stern ·
Wahlkrimi in Schweden: Nur ein Mandat zwischen den Lagern

In Schweden zeichnet sich ein äußerst knapper Wahlausgang ab.

Beide Lager wollen eine Regierung anführen, der Wahlsieger könnte erst im Laufe der Woche feststehen.

Der Ausgang der Parlamentswahl in Schweden ist auch nach der Auszählung fast aller Stimmen noch völlig ungewiss.

Die von den Sozialdemokraten angeführte Opposition kam am frühen Montagmorgen nach Auszählung von 86 Prozent der Stimmen auf 175 Sitze in dem insgesamt 349 Abgeordnete zählenden Parlament.

Auf Ulf Kristerssons Mitte-Rechts-Koalition entfielen demnach 174 Sitze.

Beide Seiten zeigten sich bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen. „Wir haben noch kein endgültiges Ergebnis“, sagte Kristersson in der Nacht zu Montag vor Anhängern seiner Moderaten Sammlungspartei in Stockholm. „Die Frage, welche Regierung Schweden in den kommenden Jahren führen wird, bleibt offen.“ Weiter sagte der Ministerpräsident, dessen Mitte-Rechts-Koalition von den rechtspopulistischen Schwedendemokraten unterstützt wird: „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass diese Regierung die allerbeste für unser Land sein wird.“ Kristersson führt bisher eine Minderheitsregierung Er werde jedoch die Bemühungen der sozialdemokratischen Spitzenkandidatin Magdalena Andersson respektieren, mit den drei anderen linken Parteien eine Regierung zu bilden, sollte das äußerst knappe Ergebnis Bestand haben.

Allerdings gebe es innerhalb des Bündnisses unüberbrückbare Differenzen – insbesondere zwischen der Linkspartei und der Zentrumspartei.

Kristersson führt bisher eine Minderheitsregierung aus seiner Moderaten Sammlungspartei, den Christdemokraten und den Liberalen an, die im Parlament auf die Stimmen der Schwedendemokraten angewiesen ist.

Die Rechtspopulisten, die in den Umfragen vor der Wahl bei rund 20 Prozent gelegen hatten, wollten nun zum ersten Mal mitregieren, mussten aber Teilergebnissen zufolge überraschend Verluste hinnehmen.

Bei der Wahl war bereits im Vorfeld ein enges Rennen erwartet worden.

Das linke Lager wird angeführt von der Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten, Magdalena Andersson, die auf ein Comeback als Regierungschefin hofft.

Trotz des offenen Wahlausgangs erklärte sie sich am frühen Montagmorgen bereit, die Regierungsführung zu übernehmen.

Sieger könnte erst im Laufe der Woche feststehen „Es sieht nach einem sehr knappen Rennen aus“, sagte Andersson nach der Wahl vor Anhängern. „Wir Sozialdemokraten werden stets bereit sein, Verantwortung für das Ergebnis zu übernehmen.“ Weiter sagte sie: „Derzeit liegen wir in Führung.“ Sollte sich der hauchdünne Vorsprung bestätigen, werde Schweden „eine neue Regierung haben“.

Rund 3,6 Millionen Schweden gaben in diesem Jahr ihre Stimme ab, ein neuer Rekord.

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