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Angriff vor laufender Kamera - Influencerin prahlt mit Narbe von Hai-Biss

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Angriff vor laufender Kamera - Influencerin prahlt mit Narbe von Hai-Biss

Fernando de Noronha (Brasilien) – Ihren rechten Oberschenkel setzt sie immer wieder gekonnt ins Bild. Sie knickt das Bein, rafft ihr Kleid. Alles, um die rote, ovale Narbe zu präsentieren, die das Gebiss eines Ammenhais in ihrem Schenkel hinterlassen hat. Der Hai, einer normalerweise friedlichen Art, hatte die brasilianische Influencerin Tayane Dalazen (37) Anfang des Jahres bei einer Schnorcheltour angegriffen. Die Attacke ist in einem Video festgehalten. Seitdem wirkt es auf ihrem Instagram-Account und in Talkshows, als hätte die Anwältin und Sport-Influencerin Spaß daran, mit dem Biss zu prahlen. „Das Leben (…) 7 Tage, nachdem ich von einem Hai gebissen wurde. Glücklicherweise gut!“, postete Dalazen (rund 47.000 Follower) kurz nach dem Angriff. Das nächste Update folgte nur wenige Tage später. „Zurück zum Surfen, 20 Tage nach dem Vorfall mit dem Hai (...).“ Und: An Tag 50 nach dem Biss sei die Wunde geheilt, lässt sie wissen. Neue Zeitrechnung für Dalazen: vor und nach der Haiattacke.

Dalazen postete ein Video, das den Haiangriff hautnah zeigt. Es wurde millionenfach angeklickt. Darauf ist zu sehen, wie die Brasilianerin am 9. Januar vor der Inselgruppe Fernando de Noronha im Nordosten Brasiliens schnorchelte. Diesen Tag bezeichnet sie heute als ihren zweiten Geburtstag. Mit Flossen tauchte sie zu den Tieren herab. Ein etwa zwei Meter langer Ammenhai schwamm dicht an Dalazen heran und biss plötzlich in ihren Oberschenkel. Der Hai hielt sie mehrere Sekunden unter Wasser, zog sie mit sich, ließ dann los. Dalazen konnte auftauchen. Sie selbst schreibt, sie sei ruhig geblieben, weil sie wusste, dass diese Haiart nicht aggressiv sei. „Ich war gefroren, wartete darauf, dass der Hai mich loslässt.“

Seitdem berichtete die Surferin in Talkshows unter anderem über den Heilungsprozess ihrer Wunde. „Diese Narbe erinnert mich nicht an Schmerz, sondern an Herausforderungen, die das Leben uns bringt“, so Dalazen. Wissenschaftler kritisieren, dass insbesondere Influencer Haien auf der Suche nach spektakulären Videos vermehrt zu nahe kämen. „Ich sehe diese Videos mittlerweile jede Woche, und es sind viel mehr als früher“, sagt der Haiforscher Kristian Parton der BBC. „Wir werden erleben, wie Menschen in wirklich gefährliche Zwischenfälle mit Haien geraten.“ Zuletzt wurden zwei Fälle bekannt, bei denen ein Angel-Influencer beim Speerfischen schwer attackiert und eine chinesische Content-Creatorin auf den Malediven gebissen wurden.

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