Niedrigwasser legt Weltkriegsbomben frei - Plötzlich Bombenangst an unseren Flüssen
Dresden (Sachsen) – Die Elbe ist nur noch ein Rinnsal. In der sächsischen Landeshauptstadt ist der Fluss nur noch 45 Zentimeter hoch. Und genau dadurch treten im Flussbett nun neue, alte Gefahren hervor – hochexplosive Fliegerbomben, gefährliche Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg.
Am Elbufer im Dresdner Vorort Heidenau (16.686 Einwohner) liegt laut Polizei eine 250-Kilo-Bombe im freigelegten Flussschotter. Ungewöhnlich: Sie ist laut Polizei „sowjetischer Bauart“, so Polizeisprecher Uwe Hofmann (42). Bei den Bombenangriffen am 13. und 14. Februar 1945 hatten anglo-amerikanische Bomber die Stadt großflächig zerstört.
Den Blindgänger hatte am Wochenende ein Wassersportler bei Niedrigwasser entdeckt, seitdem bewacht ihn die Polizei. Kampfmittel-Experten wollen ihn am Montag entschärfen , zuvor müssen Ortsteile von Heidenau und Pirna evakuiert werden. Straßen, der Elberadweg und die Bahnstrecke (Dresden–Prag) sind gesperrt.
Auch nach dem Einsturz der Carolabrücke am 11. September 2024 waren bei der Trümmerbeseitigung fünf britische Fliegerbomben in der Elbe entdeckt worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst konnte bei zweien den Zünder herausdrehen, zwei weitere hatten keinen Zünder. Bei der bislang letzten Bombe im März 2026 musste der Zünder kompliziert mit einem Wasserschneidegerät herausgeschnitten werden.
Laut einer Ausarbeitung des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages (WD 2 – 3000 – 032/22) werden in Deutschland (ohne Nord- und Ostsee) zwischen 100.000 und 300 000 Tonnen Kampfmittelaltlasten vermutet. Pro Jahr werden etwa 5000 Blindgänger entschärft.
Weiter heißt es: Mit ihrer langen Liegezeit im Boden, werden sie von Jahr zu Jahr durch Korrosionsprozesse gefährlicher. Besonders explosiv: „Kampfmittel mit chemischen Langzeitzündern, die ohne äußere Einwirkung zur Explosion gelangen können“. Doch wie viele Bomben insgesamt noch im Boden liegen, ist unklar. Vielerorts wurden die Entschärfungen nach dem Krieg nicht dokumentiert.
Fliegerbomben wurden übrigens bereits in folgenden Flüssen gefunden: Rhein (bei Koblenz), Elbe ( Dresden ), Spree (Berlin), Isar (Selbstdetonation, bei München) und Donau (Bogen, Bayern).
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.