Frankfurter Personalien: Das sind die Pläne für Adi Hütters Eintracht-Kader
Zu sehen war Markus Krösche im Krefelder Grotenburg-Stadion. Beim 11:0 im DFB-Pokal-Erstrundenspiel gegen den Oberligaverein SC St. Tönis saß Frankfurts Sportvorstand mit Vorstandssprecher Axel Hellmann in einer Reihe auf der Haupttribüne. Krösche hatte einen guten Blick auf das sportlich einseitige Geschehen auf dem Platz.
Da, wo er gewöhnlich nach einem Pflichtspiel als Erster erscheint, ließ sich der Sportvorstand am Freitag aber nicht blicken: in der räumlich begrenzten Mixed Zone, wo das Gedränge entsprechend groß war, in unmittelbarer Nähe zu den beiden Mannschaftskabinen.
Die Transferperiode läuft allerorten auf Hochtouren – und Krösche wollte offenbar gegenüber den Medien keinen Kommentar zum aktuellen Wechselstand bei potentiellen Zu- und Abgängen der Eintracht abgeben. Schon vor einem Jahr im Anschluss an das 5:0 im DFB-Pokal gegen Engers in Koblenz stand der Sportvorstand in Personalfragen nicht Rede und Antwort. Er hielt das für die beste Lösung.
Adi Hütter konnte in Krefeld dem für die Öffentlichkeit interessanten Thema nach dem unkomplizierten Einzug in die zweite Pokalrunde erst einmal nicht ausweichen. Die Pressekonferenz ist ein Pflichttermin für beide Trainer. Und so war es an Frankfurts Fußballlehrer, über den Personalstand zu diesem Zeitpunkt in der aus seiner Sicht gebotenen Form zu informieren.
Recht deutlich wurde der Österreicher bei drei Profis, ohne allerdings deren Namen zu nennen: „Ich konzentriere mich auf die Spieler, mit denen ich plane. In meinen Planungen spielen die Spieler eine Rolle, die hierbleiben.“ Das sei der Grund, warum „die Jungs“ nicht mit dabei gewesen seien, sagte Hütter. Er meinte Arthur Theate, Elye Wahi und Niels Nkounkou. Sie haben sportlich offenbar keine Zukunft in Frankfurt und gehörten daher nicht zum Pokalkader.
Wahi scheint nun der Akteur zu sein, der von den dreien die Eintracht als Erster verlassen wird. Der Stürmer, dem am Main nicht der Durchbruch gelang, soll abermals nach Nizza verliehen werden. Eigentlich hätten die Hessen den Franzosen lieber fest abgegeben, um für ihn eine Ablösesumme in Höhe von rund 15 Millionen Euro einzunehmen. Insofern dürfte in dem Leihvertrag zwischen beiden Klubs eine Kaufoption für den französischen Ligue-1-Verein in ähnlicher Größenordnung verankert sein. Hat Wahi den Medizincheck bestanden, soll sein Wechsel in der ersten Wochenhälfte erfolgen.
Klarheit herrscht im Prinzip in Frankfurts Torwartfrage. Nur direkt aussprechen wollte es Hütter auch am Freitag nicht. Auf Nachfrage, ob Kauã Santos zum Bundesligastart am kommenden Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) bei Union Berlin ebenfalls zum Einsatz kommen werde, antwortete der Trainer nämlich: „Er hat heute im Tor gestanden. Was nächste Woche in Berlin ist, kann ich noch nicht sagen.“
Bis dahin hofft Hütter, der den Vertrauensbeweis für den Brasilianer schuldig blieb, augenscheinlich auf die Verpflichtung einer neuen Nummer eins. Noch hat er diese Einschätzung zwar öffentlich nicht abgegeben, aber die Rolle einer dauerhaft souveränen Stammkraft zwischen den Pfosten traut der Trainer offensichtlich weder Kauã Santos noch dessen Kollege Michael Zetterer zu.
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