Parlamentswahl in Marokko: Wahlbeteiligung so niedrig wie seit 20 Jahren nicht
Bei der Parlamentswahl in Marokko hat sich eine historisch niedrige Wahlbeteiligung abgezeichnet.
Wie die Behörden in dem nordafrikanischen Land am Mittwoch mitteilten, lag die Beteiligung an der Wahl bei 38 Prozent - so niedrig wie seit 20 Jahren nicht.
Mit ersten Ergebnissen des Urnengangs wurde in der Nacht zu Donnerstag gerechnet.
Bei der letzten Parlamentswahl 2021 lag die Wahlbeteiligung noch bei 50 Prozent.
Der niedrigste Wert wurde 2007 mit 36,8 Prozent verzeichnet.
Marokko kämpft mit tiefgreifenden sozialen Krisen.
Der Wahlkampf war von einem Misstrauen der Menschen gegenüber den Parteien geprägt.
Die soziale Ungleichheit, hohe Preise und Jugendarbeitslosigkeit zählten im Wahlkampf zu den zentralen Themen.
Rund 16 Millionen der insgesamt 36 Millionen Marokkanerinnen und Marokkaner hatten sich registriert, um ihre Stimme für die 395 Mitglieder des Repräsentantenhauses abzugeben.
Nur vier Prozent der registrierten Wählerinnen und Wähler waren zwischen 18 und 24 Jahren alt.
Er sei zur Wahl gegangen „in der Hoffnung, dass sich die Situation zum Besseren ändert“, sagte ein 42-Jähriger in einem Wahllokal im Zentrum der Hauptstadt Rabat.
Die Wählerin Majda Bakatir sagte dagegen, sie werde nicht wählen gehen, „weil ich jegliches Vertrauen in die politische Klasse verloren habe“. „Wir wollen, dass unser Land vorankommt, aber die Politiker scheinen sich nicht für unsere Probleme bei der Gesundheitsversorgung, bei Bildung und Kaufkraft zu interessieren“, fügte die 59-Jährige hinzu.
Nach der Wahl kann die stärkste Partei den Regierungschef bestimmen.
Dieser muss nach der Ernennung durch König Mohammed VI. eine Regierung bilden, die ein fünfjähriges Mandat erhält.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.stern.de — der Inhalt gehört Stern.