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Suche nach Umweltsündern: An Bord der Öljäger auf Nord- und Ostsee

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Suche nach Umweltsündern: An Bord der Öljäger auf Nord- und Ostsee

Keine Chance für Umweltsünder! Mit Radar, Sensoren und Kameras suchen Marineflieger und Havariekommando täglich nach Verschmutzungen auf Nord- und Ostsee. Wie funktioniert diese Überwachung - und was bewirkt sie?

Mitten auf der Nordsee, vor der Südküste Dänemarks, weckt ein Frachter die Aufmerksamkeit der Besatzung der zweimotorigen Propellermaschine Dornier 228 LM - das Kürzel LM steht für "Luftüberwachung für Meeresverschmutzung". Die drei Soldaten des Marinefliegergeschwaders 3 "Graf Zeppelin" aus Nordholz - zwei Piloten und ein Operator - halten an Bord der Maschine des Havariekommandos an diesem Nachmittag aus der Luft Ausschau nach möglichen Umweltsündern in der Deutschen Bucht.

"Kevin, schau mal auf zwei Uhr", funkt Pilot Benjamin aus dem Cockpit an den Operator im hinteren Teil des Flugzeugs und weist auf einen verdächtigen Frachter. "Wir fliegen hin." Während sich das Flugzeug dem Frachter nähert, schaut Operator Kevin auf zwei große Bildschirme: Auf einem ist das Live-Bild einer Kamera, die unter dem Flugzeug montiert ist, zu sehen. Der Techniker zoomt mit der Optik an das Schiff heran. Auf dem Frachter ist zu erkennen, wie viel Wasser vom Deck ins Meer fließt.

"Das sieht aus wie eine Reinigung", sagt der Operator und gibt damit Entwarnung. "Das wird Seewasser sein." Das Deck mit Seewasser zu reinigen und es danach in die Nordsee einzuleiten, sei erlaubt, erklärt der 36-Jährige. Einen Verstoß stellt die Besatzung nicht fest.

Während die Maschine weiter über die Nordsee fliegt, ziehen unten Kutter, Segelschiffe, Frachter und Kreuzfahrtschiffe vorbei. Mit jährlich mehr als 120.000 Schiffsbewegungen gehört die Deutsche Bucht nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung zu den meistbefahrenen Revieren der Welt.

Deutschland ist verpflichtet, seine Seegebiete auf mögliche Verschmutzungen, wie etwa durch Öl, zu überwachen. Seit 40 Jahren sind dafür täglich die zwei Propellermaschinen, auch Öljäger genannt, über Nord- und Ostsee unterwegs. Betrieben und geflogen werden sie von den Marinefliegern. Funde werden an das Havariekommando in Cuxhaven weitergeleitet, denn die Öl-Überwachung ist Aufgabe der gemeinsamen Einrichtung des Bundes und der Küstenländer.

"Wir müssen nicht jeden in flagranti erwischen", erklärt Operator Kevin während die Maschine gerade mal in 600 Metern Höhe über dem Meer fliegt. Verschmutzungen blieben teils auch länger an der Oberfläche - je nach Wind und Wellengang. Um Verunreinigungen wie etwa Ölflecken aufzuspüren, auch wenn gerade kein möglicher Verursacher in der Nähe ist, kann der Operator auf viel Technik zurückgreifen. Neben einer Kamera und Sensoren verfügt das Flugzeug über ein Seitensichtradar, das bei optimalen Bedingungen bis zu 40 Kilometer weit zu jeder Seite des Flugzeugs die Meeresoberfläche scannt.

Auf seinem Monitor kann der Techniker die Radaraufzeichnungen entlang der Flugroute verfolgen. "Wenn eine Ölfläche auf dem Meer wäre, würde sie die Radarstrahlen nach oben ableiten und nicht reflektieren. Das sehen wir auf dem Radarbild wie einen schwarzen Fleck." Auf verschiedenen Routen auf Nord- und Ostsee sind die Öljäger unterwegs, auch nachts.

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