Deutsches Kulturinstitut: Lawrow: Goethe-Institut in Russland wird geschlossen
Außenminister Johann Wadephul bedauert die von Moskau angekündigte Schließung der Goethe-Institute in Russland . «Das Goethe-Institut macht sich jeden Tag um gedeihliche Kulturbeziehungen und gesellschaftlichen Austausch zwischen Russland und Deutschland verdient - und das seit Russlands Invasionskrieg in der Ukraine unter schwierigsten Bedingungen», teilte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur mit.
Der Schritt schade den deutsch-russischen Beziehungen weiter, sagte Wadephul am Rande eines Treffens mit seinen Kollegen aus Frankreich und Polen im thüringischen Weimar.
Berlin macht Moskau für den Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich und hat einen Sanktionskatalog gegen Moskau angekündigt. Dazu gehört die Kündigung des Vertrags für den Betrieb des Russischen Hauses in Berlin, das im Verdacht steht, als Kulturinstitut getarnt für Spionagezwecke zu dienen.
Wie erwartet reagierte Moskau darauf mit der Ankündigung, die verbleibenden Goethe-Institute in Russland zu schließen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow kündigte die Maßnahme der Nachrichtenagentur Interfax zufolge in Wladiwostok an.
Die Goethe-Institute in Russland konnten seit Jahren keine große Öffentlichkeit in Russland mehr erreichen. Die Arbeit des Instituts sei «bereits in den vergangenen Jahren immer weiter eingeschränkt» worden, sagte Präsidentin Gesche Joost laut Mitteilung. Schon 2023 sei die Zahl der Mitarbeiter stark reduziert worden.
Deutscher Sprachunterricht blieb aber beliebt, in Moskau gibt es auch weiterhin Schulen mit Deutsch als erster Fremdsprache. Selbst kremltreue Vertreter wie der Moskauer Deutschland-Experte Wladyslaw Below argumentierten, die Goethe-Institute wie auch das Russische Haus in Berlin sollten erhalten bleiben. Sonst «zerreißen auch noch die wenigen verbliebenen kulturellen und zwischenmenschlichen Beziehungen», sagte er der dpa.
Russische Ortskräfte der Goethe-Institute bereiteten sich darauf vor, ihre Arbeit zu verlieren. «Jetzt scheint es wirklich ein Ende zu haben», sagte eine Sprachdozentin. Präsidentin Joost spricht vom «Ende einer Ära».
In Russland gibt es nach Angaben des Goethe-Instituts neben der Hauptstelle in Moskau noch Kultureinrichtungen in St. Petersburg und Nowosibirsk. Russland bestreitet, etwas mit der Drohne auf dem Leipziger Flughafen zu tun zu haben. Kremlsprecher Dmitri Peskow kritisierte erneut die von der Bundesregierung angedrohten Maßnahmen. Die Schließung etwa des Generalkonsulats in Bonn sei «absurd» mit Blick darauf, dass Deutschland keine Beweise präsentiert habe für eine Schuld Russlands.
In Berlin werden weitere russische Gegenmaßnahmen erwartet. Die Antwort werde ausfallen wie bei früheren einseitigen und ungerechten Sanktionen, hatte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, der Deutschen Presse-Agentur in Moskau bereits unmittelbar nach der deutschen Ankündigung mitgeteilt. In der Vergangenheit hatte Russland auf deutsche Sanktionen mit spiegelbildlichen Schritten reagiert.
Die Bundesregierung hatte am Dienstag ein ganzes Bündel von Vergeltungsmaßnahmen gegen Russland angekündigt.
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