BILD beim Mordprozess in Las Vegas - Schützte Tupac seinen Mörder?
Las Vegas – Im Mordprozess gegen Duane „Keefe D“ Davis (63) haben am Montag die ersten Zeugen ausgesagt. Der Ex-Gangboss soll den Mord an Rap-Legende Tupac Shakur (†25) beauftragt haben. Im Gerichtssaal verfolgte auch Tupacs Schwester Sekyiwa Shakur den Prozess.
Als erster Zeuge trat Ex-Cop Garry Dale in den Zeugenstand, einer der Männer, die Tupac in seinen letzten Stunden erlebt hatten. Nur rund zehn Minuten vor den tödlichen Schüssen hatte Dale den schwarzen BMW gestoppt, in dem Tupac neben Kumpel und Musikmogul Suge Knight (heute 61) saß. Grund: Am Wagen fehlte das hintere Nummernschild. Für Dale nichts Besonderes. Er bezeichnete die Nacht als „ziemlich durchschnittlich“ für den Las Vegas Strip: „Dort ist immer irgendetwas los.“
Dale traf erneut auf den BMW – dieses Mal nach dem Kugelhagel. Er sah, wie der schwer verletzte Tupac aus dem Wagen gezogen wurde. Suge Knight habe die Beamten aufgefordert, sich um den angeschossenen Rapper zu kümmern. Dale stieg zu Tupac in den Krankenwagen. Auf dem Weg ins Krankenhaus versuchte er herauszufinden, wer auf ihn geschossen hatte. Der Rapper konnte noch sprechen – doch seinen Angreifer wollte er nicht nennen. Seine Antwort an den Polizisten: „Nein, wir kümmern uns darum.“ Danach, so Dale, habe er ihn nicht mehr zum Reden bringen können.
Brisantes Detail: Bei der ersten Kontrolle war Dale Tupacs massive Goldkette aufgefallen. Nach der Schießerei war sie nicht mehr an seinem Hals – zumindest trug er sie im Krankenwagen nicht mehr. Danach schilderte Augenzeugin Ingrid Stokes die dramatischen Sekunden des Anschlags. Sie war mit drei Freunden auf dem Weg in denselben Club (Club 662) wie Tupac und Suge Knight. An einer Ampel stand ihr Wagen nur wenige Autos vor deren BMW. Dann fielen die Schüsse. Stokes: „Die Hölle brach los.“
Eigentlich habe sie den Ermittlern helfen wollen. Doch nachdem die Polizei sie und ihre Freunde beinahe wie Verdächtige behandelt habe, hätten sie schließlich dichtgemacht. Eine Besonderheit in Nevada: Auch die Geschworenen dürfen schriftlich Fragen an die Zeugen einreichen. Ein Juror wollte von Stokes wissen, ob sie erkennen konnte, aus welcher Richtung die Schüsse kamen. Ihre Antwort: „Nein, in so einem Moment denkt man darüber nicht nach.“
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