Iran: USA reden von wirtschaftlichem »D-Day« gegen Teheran – doch was ist mit China?
Der Ton ist scharf, aber lassen die USA nun auch Taten folgen? In ihrem »Wirtschaftskrieg« gegen Iran will die US-Regierung Teheran nach eigenen Worten komplett von der Weltwirtschaft isolieren. Die neuen Sanktionen zielten darauf ab, jede potenzielle Einnahmequelle der iranischen Revolutionswächter zu unterbinden, sagte US-Finanzminister Scott Bessent. Wie zuvor bereits Präsident Donald Trump sprach auch der Minister von einem »D-Day« für Iran.
Der sogenannte D-Day am 6. Juni 1944 mit der Landung der alliierten Truppen in der Normandie markierte den Auftakt der Befreiung Frankreichs und Westeuropas von den Nazis im Zweiten Weltkrieg.
Für Länder, die Geschäfte mit Iran machen, laufe nun die Uhr, so Bessent. Trump sei deswegen in Gesprächen mit verschiedenen Staatschefs. Auf die berechtigte Frage, warum die USA die neuen Sanktionen nicht sofort verhängen, reagierte der Minister zurückhaltend. Es handele sich zunächst um einen »Warnschuss« gegen die Handelspartner Irans, sagte er. Die Länder hätten noch die Möglichkeit, ihre Geschäfte mit Teheran zu beenden, bevor die Sanktionen griffen.
Der US-Finanzminister drohte zudem, dass jede Institution, die im Auftrag Irans Geldwäsche ermögliche, aus dem US-Dollar-System ausgeschlossen werde. Er stellte gegenüber Journalisten in Aussicht, dass bis Ende dieser Woche eine »große Ankündigung« über die Sanktionierung eines Finanzinstituts bekanntgegeben werde.
3 Min Zur Merkliste hinzufügen Neue Sanktionsdrohungen: Iran warnt USA vor Bumerang-Effekt bei Wirtschaftskrieg 1 Min Zur Merkliste hinzufügen 1 Min Zur Merkliste hinzufügen Versorgung der Bevölkerung: Irans Präsident räumt wirtschaftliche Schwierigkeiten ein 2 Min Zur Merkliste hinzufügen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen China ist seit mehreren Jahren der größte Abnehmer für Öl aus Iran. Washington verzichtete bislang jedoch darauf, größere Banken der Volksrepublik zu sanktionieren, die den Ölhandel abwickeln könnten. Die Frage ist, ob sich das bald ändern könnte. Namentlich nannte Bessent China nicht, erklärte aber: »Niemand steht außerhalb der Reichweite von US-Sanktionen.«
Die chinesische Botschaft in Washington erklärte, Druck und Sanktionen würden das Problem nicht lösen. Man appelliere an alle Streitparteien, die Sache politisch und diplomatisch zu lösen.
Unklar blieb zunächst auch, was genau an den neuen US-Sanktionen so verheerend sein wird. Noch vergangene Woche sprach Trump von »Maßnahmen historischen Ausmaßes« und der »verheerendsten Wirtschaftsoperation«, die jemals gegen ein Land veranlasst worden sei. Das Finanzministerium habe »jeden Knotenpunkt, jeden Vermittler und jedes Netzwerk erfasst, das Iran für Ölschmuggel und die Umgehung von Sanktionen genutzt hat«, sagte Bessent nun. Mitarbeiter des Finanzministeriums, des Außenministeriums sowie des Militärs der Vereinigten Staaten träfen sich derzeit mit »internationalen Partnern«, um die Erwartungen Washingtons zu adressieren.
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