AfD in Sommerinterviews - Weidel über „Flachzangen“ und Auto-Krise
Wien – In der österreichischen Hauptstadt Wien stellte sich AfD-Chefin Alice Weidel (47) am Sonntagnachmittag dem letzten der ZDF-Sommerinterviews mit den Spitzen der Bundestagsparteien. Der Ort ist bemerkenswert: Nach dem Protest-Eklat beim ARD-Sommerinterview im vergangenen Jahr, das von linken Störern begleitet wurde, blieb die Aufzeichnung diesmal ruhig. Inhaltlich ging es trotzdem hoch her und teils chaotisch zu. Ein echtes Gespräch zwischen Weidel und ZDF-Mann Wulf Schmiese (59) kam nicht wirklich zustande.
Gleich zu Beginn konfrontierte Schmiese die AfD-Chefin mit der Krise der deutschen Autoindustrie. Hunderttausende Beschäftigte sorgen sich um ihre Jobs, allein ZF in ihrem Wahlkreis wolle bis 2028 rund 14.000 Stellen abbauen.
Schmieses Frage: Wie will die AfD deutsche Autos, insbesondere Verbrenner, auf dem chinesischen Markt wieder erfolgreich machen? Weidel keilte gegen das Verbrenner-Aus, EU-Vorgaben und staatliche Subventionen für E-Auto, die am Ende den Chinesen zugute kämen. Ein Rezept, wie deutsche Hersteller verlorene Marktanteile in China zurückgewinnen könnten, blieb sie schuldig. Der Rest ging in einem unverständlichen Durcheinander unter.
ZDF-Mann Schmiese sprang schließlich zum Thema Euro. Die AfD fordere weiterhin einen Austritt Deutschland s aus dem Eurosystem, so seine Frage an Weidel. Die verteidigte die eurokritische Position. Der Euro sei zu einer „Weichwährung“ geworden, Deutschland sei vor der Einführung wirtschaftlich besser gefahren. Ein klares Bekenntnis zum Euro gab es von der AfD-Chefin nicht.
Deutlich konkreter wurde Weidel bei der Migration. „Die Syrer werden alle zurückgeführt in ihre Heimat“, so die AfD-Chefin und kündigte an: „Auch Afghanen werden nicht mehr eingeflogen.“
Auf Schmieses Hinweis, dass dafür Rücknahmeabkommen mit Syrien und Afghanistan nötig wären, ging Weidel nicht ein. Stattdessen sprach sie von einer gescheiterten Migrationspolitik seit 2015. Und monierte, dass zuletzt allein 306.000 arbeitslose Syrer eingebürgert worden sein. Damit müsse Schluss sein.
Verstörend dann die Einschätzung von Weidel zur aktuellen politischen Führung von der Konkurrenz. „Wir werden von irgendwelchen Flachzangen da oben regiert“, polterte Weidel in Richtung aktuelle Bundesregierung und legte nach, wen sie damit meinte: „Entweder sie können es nicht oder es ist Vorsatz. Herr Merz kann es nicht. Herr Klingbeil kann es auch nicht.“ Immer wieder warf Weidel CDU und SPD vor, die Menschen zu täuschen. „Die Menschen in diesem Land werden über den Tisch gezogen.“
Zum Ende des Gesprächs drehte Schmiese den Spieß um. Er erinnerte an ein Parteiordnungsverfahren gegen einen AfD-Abgeordneten, der Weidel als „Alice Merkel “ bezeichnet hatte. Wer andere als „Flachzangen“ beschimpfe, müsse auch Kritik aushalten können, hielt der Moderator ihr vor. Das wirke „mimosenhaft“. Weidel wies den Vorwurf zurück. Die Menschen interessierten sich nicht für parteiinterne Streitereien, sondern für sichere Straßen, Arbeitsplätze und Renten.
Fazit: Viel Streit, viele Spitzen, wenig Klarheit. Schmiese unterbrach Weidel immer wieder.
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