Insolvenz in der Baubranche - Deutsche Firmengruppe mit 1000 Mitarbeitern pleite
Moringen (Niedersachsen) – Eine Traditionsfirma mit rund 1000 Beschäftigten rutscht in die Insolvenz. Jetzt soll ein Verfahren in Eigenverwaltung die König-Gruppe retten. Die Hoffnung: ein Investor, der das Unternehmen übernimmt und so möglichst viele Arbeitsplätze sichert.
Die König-Gruppe gehört zu den bekannten Namen in ihrer Branche. Das Unternehmen stellt an mehr als 15 Standorten in Deutschland und weiteren in Österreich Fachkräfte für Industrie, Handwerk und Logistik bereit. Am Stammsitz in Moringen in Niedersachsen produziert die Firma Metallprofile und Zubehör für den Innenausbau, speziell für Wände und Decken.
Die Krise kommt nicht aus heiterem Himmel. Bereits im Juli rückten Sanierungsprofis bei der König-Gruppe an. Die auf Restrukturierungen im Mittelstand spezialisierte Ljungman CRO GmbH leitete erste Maßnahmen ein. Geschäftsführer Fredrik Ljungman zu BILD: „Der Name König steht in beiden Bereichen, Personaldienstleistung und Profilsysteme, für jahrzehntelanges Know-how und hohe Qualität. Wir sind zuversichtlich, dass diese Stärken auch von potenziellen Investoren gewürdigt werden.“
Hinter den Kulissen wuchs der Druck. Wie die „WirtschaftsWoche“ zuerst berichtete, hatte die Unternehmensgruppe mit einer geringen Auslastung und mit stärkerem Preis- und Margendruck zu kämpfen. Das war nicht mehr zu stemmen. Nun hat das Amtsgericht Göttingen die vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung für die Gesellschaften der Gruppe angeordnet. Bedeutet: Die Geschäftsführung bleibt im Amt und wird von Experten begleitet. Die Insolvenzanträge beziehen sich auf die Holding König SE & Co. KG sowie auf die beiden Gesellschaften König-Fachpersonal GmbH & Co. KG und König-Profilsysteme GmbH & Co. KG.
Die Löhne der Mitarbeiter werden über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit für drei Monate abgesichert. Jetzt soll ein erfahrenes Sanierungsteam das Ruder herumreißen. Geplant ist, bis zum Ende des Jahres eine Lösung zu finden und möglichst viele Arbeitsplätze zu retten.
Die Baukrise hat Deutschland weiter fest im Griff. Laut der aktuellsten Zahlen stiegen die Firmenschließungen in der Baubranche im vergangenen Jahr um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr an: 24.000 Unternehmen im Baugewerbe machten dicht .
Hohe Zinsen, teure Materialien und ausbleibende Neubauprojekte setzen die Branche unter Druck. Erst in der vergangenen Woche ging der deutsche Bau-Gigant Pandion insolvent . Jetzt der nächste Einschlag in der Branche.
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