Folgen der Dürre - Was vertrocknete Weiden für Pferde im Freien bedeutet
Die anhaltende Hitzewelle hat viele Pferdeweiden in braune, ausgedörrte Flächen verwandelt. Für die Tiere kann das schnell zum Problem werden, denn vertrocknetes Gras liefert kaum noch Futter. Dann müssen Halter rechtzeitig gegensteuern.
Pferde brauchen über viele Stunden verteilt kleine Mengen rohfaserreiches Futter. Ihr Magen produziert ständig Säure – der Speichel beim Kauen neutralisiert sie zum Teil. Bleibt der Magen länger leer, kann die Magenschleimhaut Schaden nehmen. Laut PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) sollten Fresspausen von mehr als vier Stunden deshalb vermieden werden.
Reicht die Weide nicht mehr aus, müssen Halter mit Heu nachhelfen. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft empfiehlt mindestens 1,5 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpergewicht und Tag. Ein 600-Kilo-Pferd benötigt damit mindestens neun Kilogramm, ein 700-Kilo-Pferd mindestens 10,5 Kilogramm täglich. Wie viel tatsächlich nötig ist, hängt zusätzlich von Alter, Gesundheitszustand, Haltung und Bewegung ab.
Die Umstellung sollte aber langsam erfolgen. Pferde müssen schrittweise an größere Heumengen gewöhnt werden, um das Verdauungssystem nicht zu belasten.
Bei Trockenheit reicht ein kurzer Blick auf die Weide nicht aus. Halter sollten täglich prüfen, ob noch ausreichend Gras vorhanden ist, alle Tiere ans Heu gelangen und Gewicht sowie körperlicher Zustand stabil bleiben. Besonders rangniedrige Pferde dürfen nicht vom Futter verdrängt werden. Knappes Futter erhöht außerdem das Risiko, dass Pferde giftige Pflanzen fressen oder versuchen, außerhalb der Weide nach Nahrung zu suchen.
Mit dem vertrockneten Gras fällt auch ein Teil der Flüssigkeit weg, die Pferde sonst über die Weide aufnehmen. Als Richtwert gelten etwa fünf Liter Wasser pro 100 Kilogramm Körpergewicht täglich. Bei Hitze und starkem Schwitzen kann der Bedarf deutlich steigen. Ausreichend frisches Wasser und Schattenplätze müssen jederzeit verfügbar sein.
Bietet die Weide bei Trockenheit kaum noch Nahrung, müssen Halter Futter, Wasser und Schatten selbst bereitstellen. Entscheidend ist nicht, wie lange ein Pferd draußen steht, ob es währenddessen ausreichend fressen und trinken sowie Schutz vor der Hitze finden kann.
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