Waldbrände in Europa: Waldbrand in Belgien ist "eingekreist"
Waldbrände in Hohen Venn Feuer in Belgien ist "eingekreist" Stand: 19.08.2026 • 14:23 Uhr
Das Feuer in Belgien ist noch nicht unter Kontrolle - aber eingekreist. Bisher ist unklar, wann die evakuierten Menschen aus dem benachbarten Monschau wieder zurück können. Es gibt aber einen Lichtblick.
Der große Brand im Hohen Venn in Belgien ist nach Behördenangaben von Feuerwehrleuten "eingekreist" worden. Die Flammen breiteten sich nicht weiter in Richtung Deutschland aus, sagte der Leiter der Krisenkommunikation der Provinz Lüttich, Tony Hosmans. Die Lage bleibe allerdings "kompliziert", fügte Hosmans hinzu. Der Brand sei an mehreren Stellen wieder aufgeflammt.
Im Tagesverlauf solle das Feuer unter Kontrolle gebracht werden, sagte Hosmans weiter. "Wenn möglich" solle dies mit Unterstützung aus der Luft geschehen. Unter anderem die Bundeswehr hatte am Montag zwei Hubschrauber mit Löschwasserbehältern in das Gebiet geschickt.
Es sei eine "positive Entwicklung vor Ort", teilte auch der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich, Hervé Jamar, mit. Es werde eine Lagebeurteilung durchgeführt, um die im Laufe des Tages eingesetzten Mittel voraussichtlich zu reduzieren, so der Gouverneur. Ob weiterhin Löscheinsätze aus der Luft erforderlich sein werden, müsse noch bestätigt werden.
Noch immer versuchen Einsatzkräfte im belgischen Hohen Venn den historischen Waldbrand unter Kontrolle zu bringen. mehr
"Ziel ist, die Brände zurückzudrängen und die Bereiche, die wir bis jetzt gerettet haben, weiterhin feuerfrei zu halten", sagte Tobias Schell, Feuerwehrsprecher in der deutschen Nachbarstadt Monschau, der Nachrichtenagentur dpa. Ein Lichtblick sei der Regen, der auch für Mittwoch angesagt sei. "Das spielt uns auf jeden Fall in die Karten."
Das größte Problem sei die nordöstliche Flanke des Feuers, die besonders schwer erreichbar sei. "Das ist unser kritischer Punkt", sagte Schell. Diese Brandlinie sei 2,3 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. "Solange wir da noch keine deutliche Entspannung sehen, wird die Evakuierung auch noch nicht aufgehoben", sagte er mit Blick auf die etwa 30 Bürger aus Monschau-Kalterherberg, die am Sonntagabend ihre Häuser verlassen mussten. Es gebe dazu anderslautende Gerüchte im Internet, aber die seien falsch, betonte Schell.
Inzwischen ist internationale Hilfe eingetroffen. Die Feuerwehrleute kämpfen mit besonders schwierigen Bedingungen. mehr
Mit rund 3.000 Hektar Fläche handelt es sich um einen der größten Waldbrände in der Geschichte Belgiens - ausgerechnet im Hohen Venn, das als einzigartige Hochmoor- und Sumpflandschaft gilt. Die Bekämpfung sei besonders schwierig, wie der belgische Feuerwehrkommandant Luc Burette im niederländischen Fernsehen erläuterte. "Der Boden besteht aus Torf, an der Oberfläche ist Gras. Dadurch kann sich das Feuer schnell ausbreiten." In der Nacht seien Brände mehrfach wieder aufgeflammt.
Und es kann lange anhalten. Für die unterirdisch glimmenden Torfschichten im trockenen Hochmoor auf belgischem Gebiet prophezeite ein Monschauer Feuerwehrsprecher: "Das wird eine wochenlange Aktion werden."
Belgien leidet in diesem Sommer wie große Teile Europas unter Hitze und Trockenheit.
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