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Alzheimer beginnt mit „unsichtbarer Phase“ – Neurologe erklärt frühe Warnzeichen

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Alzheimer beginnt mit „unsichtbarer Phase“ – Neurologe erklärt frühe Warnzeichen

Alzheimer gilt für viele Menschen als Erkrankung des hohen Alters , die sich plötzlich durch Gedächtnisverlust und Orientierungslosigkeit zeigt. Doch diese Vorstellung ist überholt. Moderne Forschung belegt, dass die Krankheit oft 15 bis 20 Jahre früher beginnt – teilweise Jahre oder Jahrzehnte bevor Betroffene oder Angehörige etwas bemerken.

Fachgesellschaften und große Übersichtsarbeiten unterscheiden heute drei aufeinanderfolgende Phasen, die erklären, warum frühe Warnzeichen so leicht übersehen werden.

Dr. med. Mimoun Azizi ist Chefarzt des Zentrums für Geriatrie und Neurogeriatrie im KVSW und Facharzt für Neurologie. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle .

Am Anfang steht eine unsichtbare Phase. In dieser sogenannten präklinischen Phase fühlen sich Betroffene gesund, leistungsfähig und geistig fit. Nach außen gibt es keinerlei Hinweise auf eine Erkrankung. Doch im Inneren des Gehirns haben die krankhaften Prozesse bereits begonnen.

Neuropathologische Untersuchungen und Langzeitstudien zeigen, dass sich die typischen Eiweißablagerungen der Alzheimer-Krankheit – Beta-Amyloid und Tau – schon lange vor der Diagnose im Gehirn ansammeln. Moderne Bildgebung und Liquoranalysen (der Gehirnflüssigkeit) machen diese Veränderungen heute sichtbar – teils 15 bis 20 Jahre, bevor erste Gedächtnisprobleme auftreten (Dubois et al., 2023) .

Besonders bemerkenswert: Inzwischen lassen sich erste Hinweise sogar im Blut finden. Forschende des Deutschen Krebsforschungszentrums berichteten 2024, dass erhöhte Werte des Gliafaserproteins GFAP bis zu 17 Jahre vor der Diagnose messbar sein können. Ähnliche Ergebnisse wurden auch in klinischen Berichten zur Alzheimer-Früherkennung veröffentlicht (Management Krankenhaus, 2024) .

Zwischen völliger Symptomfreiheit und klar messbaren Defiziten liegt oft eine Grauzone. Manche Menschen berichten früh, dass ihnen Dinge schwerer fallen als früher:

Wissenschaftler und Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von einer subjektiven kognitiven Verschlechterung (Subjective Cognitive Decline).

Studien zeigen: Nicht jede Vergesslichkeit ist krankhaft. Doch bei einem Teil der Betroffenen können diese subjektiven Beschwerden ein frühes Zeichen neurodegenerativer Prozesse sein – insbesondere dann, wenn gleichzeitig Alzheimer-typische Biomarker vorliegen (Dubois et al., 2023) . Entsprechend ernst werden solche Hinweise heute genommen.

Mit der Zeit geht die Erkrankung in die prodromale Phase über. Nun lassen sich erste Veränderungen auch klinisch erfassen – oft Jahre, bevor von Demenz gesprochen wird. Die Symptome sind meist subtil und werden im Alltag leicht als normales Altern missverstanden .

Besonders früh betroffen ist das episodische Gedächtnis, also das Erinnern neuer Informationen. Betroffene stellen häufiger dieselben Fragen, behalten Gelesenes oder Besprochenes schlechter. Langzeitstudien zeigen, dass diese Veränderungen bereits fünf bis zehn Jahre vor der Demenzdiagnose messbar sein können (Chen et al., 2001) .

treten bei vielen Betroffenen früh auf – nicht zwangsläufig als Reaktion auf eine Diagnose, sondern als Teil des Krankheitsprozesses selbst.

wirken zunächst harmlos.

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