Friedrich Merz: Ex-CDU-Generalsekretär Mario Czaja übt heftige Kritik
Während Bundeskanzler Friedrich Merz am Dienstagabend in der Unionsfraktion über das Wahldebakel der vergangenen Wochen diskutiert, sorgt sein ehemaliger Generalsekretär mit harten Aussagen für Aufsehen. Mario Czaja hat Kanzler Merz in der »Welt«-Sendung »Meinungsfreiheit« den Rücktritt nahegelegt.
»Mein alter Chef pflegte immer zu sagen: Es gibt keine zweite Chance für einen ersten schlechten Eindruck. Und genau das trifft bei Friedrich Merz auch zu. Er hat grundlegendes Vertrauen verspielt«, etwa mit der Lockerung der Schuldenbremse, sagte Czaja. Damit habe der Kanzler »das Erbe von Wolfgang Schäuble mit Füßen getreten«.
Czaja meinte weiter, Merz fehle, »die emotionale Intelligenz, um zu verstehen, was da gerade im Land passiert. Ich glaube, es ist an der Zeit, dass er den Platz freimacht. Es funktioniert nicht mehr mit ihm. Ihm noch Zeit zu geben, macht gar keinen Sinn.« Die Basis der CDU werde jetzt »mit den Füßen abstimmen und ich glaube, die Zeit ist bald gekommen«.
Ob da womöglich Genugtuung im Spiel sei, den Verfall der Zustimmung für Merz zu sehen, wurde Czaja gefragt. »Nein«, antwortete der, er hätte Merz nach eigener Aussage gern erfolgreich gesehen. Czaja war von Januar 2022 bis Juli 2023 Generalsekretär der CDU, also unter Parteichef Merz. Der ließ Czaja im Juli 2023 jedoch durch Carsten Linnemann ablösen.
Czaja war innerhalb der Partei nicht unumstritten. Einigen in der Partei galt der gebürtige Ost-Berliner als zu zurückhaltend für das Amt des Generalsekretärs. Nun übt er scharfe Kritik an seinem Ex-Chef.
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