Unter "enormem Druck": Palästinensische Familie harrt seit Tagen in Angst vor Siedlern aus
Ohne Schlaf, in permanenter Angst: Seit Tagen hält eine palästinensische Familie der Belagerung durch radikale Siedler stand. Und die Sorge ist groß, dass ihr bald Lebensmittel und Medikamente ausgehen könnte.
Auch am zehnten Tag der Belagerung palästinensischer Häuser in dem Ort Kusra im Westjordanland durch radikale israelische Siedler harrt die betroffene Familie weiterhin in ihrem Zuhause aus. Israels Armee und Polizei haben die Blockade bislang nicht beendet, wie der Dorfvorsteher Abdul Asim al-Wadi bestätigte.
Die Familie stehe unter "enormem Druck", sagte einer der Brüder, Ahed Abu Rida, der telefonisch mit seinen in Kusra eingeschlossenen Angehörigen in Kontakt ist. Sie könnten kaum schlafen, weil sie ständig Angst hätten, Siedler oder Soldaten könnten in das Haus eindringen. "Sie können das Haus nicht verlassen, weil sie befürchten, dass die Siedler es besetzen würden, wenn sie es täten", sagte er. Auch wüssten sie nicht, wie lange die Situation noch andauern werde. "Die Ungewissheit und Unsicherheit, in der sie leben, ist zermürbend."
Der Mitbesitzer eines der belagerten Häuser, der auch US-Staatsbürger ist, war am Montag aus den USA zurückgekommen, um das Gebäude zu verteidigen. Videoaufnahmen von Montagabend zeigten, wie Luai Abu Rida auf dem Dach eine US-Flagge hisste.
Der Dorfvorsteher sagte, man habe zwar die von den Siedlern gekappte Versorgung der Häuser mit Wasser und Strom wiederherstellen können. Es bestehe jedoch die Sorge, Lebensmittel und Medikamente könnten zur Neige gehen. Am Sonntag hatte ein Team des UN-Kinderhilfswerks Unicef der Familie Hilfsgüter sowie Lern- und Spielmaterial für die Kinder gebracht.
Die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Dem israelischen Militär wird dabei immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen solche Angriffe vorzugehen.
Verteidigungsminister Israel Katz hatte die Armee am Freitag angewiesen, einen Plan für die Übertragung von Befugnissen zur Durchsetzung des Rechts in zivilen Angelegenheiten - mit Blick auf israelische Siedler - auf die Polizei auszuarbeiten. "Die Aufgabe der israelischen Armee ist es, den palästinensischen Terror zu bekämpfen und sich auf den Schutz der Grenzen und der Siedlungen vor Bedrohungen zu konzentrieren", sagte Katz.
Die geplante Zuständigkeitsänderung wird von Kritikern als weiterer Schritt zu einer stärkeren zivilen Kontrolle Israels über das im Sechstagekrieg 1967 besetzte Westjordanland gewertet.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.n-tv.de — der Inhalt gehört n-tv.