Deutscher Viertliga-Profi spielte mit - So erlebte ich den Messi-Abschied
Buenos Aires – Beim SV Babelsberg 03 spielt er in der Regionalliga Nordost vor rund 3000 Zuschauern. Doch in der Nacht zu Dienstag erlebte Amiro Amadou (24) das, wovon viele Fußballer träumen. Der Verteidiger kam beim Argentinien-Abschiedsspiel von Superstar Lionel Messi (38) gegen Benin (3:0) in Buenos Aires zum Einsatz – vor 85.000 fanatischen Fans.
Amadou, der neben der deutschen auch die Staatsbürgerschaft Benins besitzt, wurde in der Schlussphase der Freundschaftspartie eingewechselt. Und kann immer noch nicht glauben, was er da erlebt hat.
Amadou zu BILD: „Es war am ganzen Spieltag in der gesamten Stadt die Hölle los. Wir sind mit dem Bus zum Stadion. Sobald die Autofahrer unseren Bus gesehen haben, sind sie stehengeblieben, die Menschen sind ausgestiegen, haben Bilder gemacht. Wir waren zwei Stunden vor dem Anpfiff im Stadion, da waren schon alle Plätze auf den Tribünen besetzt.“
Anschließend ging es los. Zwar erlebte der Verteidiger den Spielbeginn auf der Bank – trotzdem ein Riesenerlebnis. Amadou: „Es war surreal. Ich kann es bis jetzt noch kaum beschreiben. Eine unfassbare Atmosphäre. Alle Zuschauer haben auch uns applaudiert und haben sich für uns gefreut.“
Daheim in Leinfelden-Echterdingen (Baden-Württemberg) fieberten sein Vater Moudachirou (früher selbst Profi in Cottbus , beim KSC und St. Pauli und Nationalspieler des westafrikanischen Landes), Mutter Daniela und Bruder Chari vorm Fernseher mit. Familie Amadou machte die Nacht durch.
Dann brachte Benins deutscher Nationaltrainer Gernot Rohr den Babelsberg-Profi in der Nachspielzeit. Amadou: „Messi von ganz nah zu erleben und zu sehen – der hat noch mal eine ganz andere Präsenz auf dem Platz. Als ich dann bei einem Freistoß in der Mauer stand, hat sich das so angefühlt wie beim Konsolenspiel Fifa. Und nicht, dass es das reale Leben ist. Ich denke, wir haben uns gut geschlagen und uns gut verkauft.“
Messi erzielte ein Tor per Elfmeter und bereitete die beiden anderen Treffer vor. Amadou sagt: „Er ist sehr abgeklärt, ruhig und selbstbewusst. Mit einer gewissen Boss-Aura. Seine Mitspieler stehen komplett hinter ihm, das hat man gemerkt, als er gefoult wurde.“
Die Reise wird er sein Leben lang nicht vergessen und er nimmt die Erinnerungen mit nach Potsdam. Auch die Tage vor dem Spiel waren schon aufregend. Amadou verrät: „Als wir angekommen sind, war in den Trainingseinheiten und im Hotel alles noch relativ entspannt. Aber je näher das Spiel rückte, desto intensiver wurde es. Das hat man schon gemerkt, wenn wir das Hotel nur mal für einen Spaziergang verlassen haben. Viele Argentinier kamen zu uns, wollten Fotos, Videos und Autogramme. Alle waren sehr freundlich zu uns.“
Messis Karriere ist international nun Geschichte. Für Amadou geht am Sonntag der Liga-Alltag weiter: Babelsberg empfängt Lok Leipzig.
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