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Kultur

Drogensüchtig und obdachlos: Bankräuber geht es nicht um Geld - er will ins Gefängnis

Stern ·
Drogensüchtig und obdachlos: Bankräuber geht es nicht um Geld - er will ins Gefängnis

Ein bewaffneter Mann überfällt eine Bank und fordert Geld.

Dabei will der obdachlose und drogenabhängige Mann, der das Leben auf der Straße nicht mehr aushält, eigentlich etwas ganz anderes.

Ein 28-Jähriger überfällt eine Bank, er droht mit einem 30 Zentimeter langen Messer, verlangt Geld - und begnügt sich dann mit zehn Euro: Was zunächst skurril klingt, hat sich vor Gericht als eine Art Verzweiflungstat herausgestellt.

Das Amtsgericht Hannover verurteilte ihn dafür zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten, angesichts mehrerer Vorstrafen ohne Bewährung.

Genau das habe sich der drogensüchtige und obdachlose Mann laut Erklärung seines Verteidigers auch gewünscht.

Er gestand die Tat.

Denn er habe sich nicht bereichern wollen, sondern bei dem Überfall mehrfach nach der Polizei gefragt und schließlich mit dem Rücken zum Fenster vor der Bank gewartet, sagte Richter Melle Klinkenborg zur Urteilsbegründung.

Das unterstütze die Erklärung, wonach es dem 28-Jährigen nicht um Geld gegangen sei, sondern um die Haft - „um einen Ausweg aus der Obdachlosigkeit zu haben“.

Allerdings hätte es dafür auch andere Möglichkeiten gegeben, als eine Bank zu überfallen und mit einem Messer zu drohen, mahnte der Richter.

Das Urteil entsprach den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung - die sich einig waren.

Verurteilter sagt: Es ist kein Spaß Laut Anklage betrat der Mann am 2.

Juli die Bankfiliale, hielt ein Messer in der erhobenen Hand und verlangte Geld von einer Mitarbeiterin.

Die sagte ihm, dass es in der Filiale keine Kasse gebe, trotzdem beharrte er darauf.

Auch sagte er mehrmals, es sei kein Spaß.

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